Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Die Zitrus-Industrie in Palästina
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 321 (sequence 7)
- Language
- German
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Kanada wurde nur als ein Beispiel für die Notwendigkeit zitiert, eine Zusammenarbeit des Orangenexports mit dem Import solcher Waren, wie Holz^ Butter usw. herbeizuführen, die in Ländern produziert werden, die Zitrus importieren. Es gibt z. B. Kooperativen, die Holz aus Rumänien und Rußland importieren und sich dann darüber aufhalten, daß diese Länder nicht genügend Palästinaorangen kaufen. Wie kann die Zitrusindustrie einen Einfluß auf die Importeure von Weizen, Butter und Mehl erwarten, ohne daß sie vorbei? ihr eigenes Haus in Ordnung bringt? Und wie kann die Zitrusindustrie ihr eigenes Haus in Ordnung bringen, wenn Konkurrenz statt Zusammenarbeit zwischen den Kooperativen untereinander und zwischen den Kooperativen und anderen Exporteuren herrscht? Wie kann Zusammenarbeit und Einordnung zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Interessenten herbeigeführt werden, wenn weder Zusammenarbeit noch Einordnung zwischen den verschiedenen Faktoren herrschen^ die die jüdische Zitrusindustrie ausmachen? Großbritannien als ein Markt für Palästinaorangen. Auf der einen Seite hat die Palästinaorange den Vorzug, nicht mit den wachsenden Mengen einheimischer Früchte auf dem großbritannischen Markt konkurrieren zu müssen und auch nicht mit anderen Zitrus produzierenden Ländern, insbesondere nicht Südafrika, ausgenommen Spanien. Auf der anderen Seite wird es immer schwieriger werden, innerhalb eines Maximums von vier Monaten die ständig größer werdenden Ernten abzusetzen. Die Jaffaorange ist nicht frühzeitig reif genug, um vor Anfang Dezember exportiert zu werden und die Ernte sollte Ende März abgeschlossen sein, ehe die Blüte beginnt. Auch wenn es nicht untunlich wäre, die Frucht dann noch auf dem Baume zu lassen, hat die nach dem 15. März verschiffte Palästinaorange zunächst ab 1. April einen Einfuhrzoll von 3/6 per cwt. (anstatt 10 o/o ad valorem) zu bezahlen und hat außerdem noch die Konkurrenz der amerikanischen, brasilianischen und vor allem südafrikanischen Orangen auszuhalten, welch letztere sich der Imperial Preference erfreuen und auf dem großbritannischen Markt in der zweiten Hälfte April oder den ersten Tagen Mai eintreffen. Nach Prof. Powell wird der Export südafrikanischer Orangen auf drei Millionen Kisten in den Jahren 1936 oder 1937 anwachsen und auf 5 Millionen innerhalb der nächsten Generation. Daher werden größere Mengen südafrikanischer Orangen in Großbritannien zu Ende und zu Beginn der palästinensischen Saison — April und November — verfügbar sein. Nach dem „Weekly Fruit Intelligence Notes" war die Ankunft der ersten Sendung brasilianischer Orangen im Jahre 1934 in Großbritannien am 24. April zu erwarten (nachdem 4600 Kisten Grapefruits während der ersten beiden Apri'lwoehen eingelaufen waren). Brasilien exportierte nach Großbritannien im Jahre 1924 28.377 Kisten, 373.000 Kisten in 1929, 1,750.000 in 1931 und 1,487.000 Kisten in 1932. Amerikanische Orangen erreichten den großbritannischen Markt im Jahre 1932 zwischen Mai und Dezember. Die Produktion von Navel-Orangen in den Vereinigten Staaten, insbesondere in Kalifornien, zeigt kein nennenswertes Anwachsen und ihr Export nach Großbritannien und anderen europäischen Ländern dürfte in den nächsten Jahren in den Grenzen des Exportes der verflossenen bleiben. Von 1927 bis 1932 wurden in Kalifornien nur 13.092 Dunam Navelorangen neu angepflanzt, gegenüber 85.276 Dunam Valencias (Sommerorangen).