Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Die Zitrus-Industrie in Palästina
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 315 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379922-2401413--17948-2401758- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Zitrus-Industrie in Palästina. 315 Von Harry Viteies, Jerusalem. Ueber 15.000 ständig« und 5000 Saisonarbeiter sind zurzeit in der palä-* stinensischen Zitrusindustrie beschäftigt und weitere 10.000 werden benötigt werden, wenn erst die jetzt noch nicht Firucht tragenden un|d die jungen. Gärten in den vollen Fruchtertrag hineingewachsen sein werden. Weitere 3000 sind in den dazu gehörigen Hilfsitidustrien (Kistenfabrikation, Transport, Abfallprodukte usw.) beschäftigt. Ueber 13,000.000 Pfund sind bisher in die Plantagen investiert worden (das Land zu 10 Pfund je Dunam gerechnet) und weitere 4,000.000 Pfund müssen noch investiert werden, um die zurzeit noch nicht fruchttragende Fläche zum vollen Reifezustand zu entwickeln. Der Wert des Zitrusexportes im Jahre 1933 1,964.536 Pfund — betrug 60o/0 des Totalexportes Palästinas — 3,433.495 Pfund. Mit wenig Ausnahmen besteht die hauptsächliche oder gar einzige Einnahmsquelle aller 112 jüdischen Siedlungen, die seit 1927 errichtet worden sind, in der Zitruskultur. Gemischte Wirtschaft ist zu einer Angelegenheit von geringer Be-* deutung geworden. Mandelzucht und Rebenkultur sind fast verschwunden. Sogar* die gemischten Wirtschaften im Emek Jesreel und dem Jordantale betrachten ihre kleinen Grapefruitplantagen (die jetzigen und zukünftige a), als ihren ^etten-t den Engel". Fläche. Man ist nicht länger der Ansicht, daß nur 300.000 bis 350.000 Dunam in Palästina für Zitruskultur geeignet sind. Einige „Experten" vex^treten die Theorie, daß alles Land in Palästina, wo Wasser in einer noch ökonomischen Tiefe gefunden werden kann, mit Ausnahme der Hügetregion, Zitrus produzieren kann. Eine neue Kategorie Zitrusböden wird jetzt verkauft, Grapefruit^ böden, wovon ein #uter Teil schwere Böden darstellt. Die Regierung sollte einen Teil ihres gegenwärtigen Budgetüberschussas von 21/2 Millionen Pfund dazu benutzen, die vor einigen Jahren aus Sparsamkeitsgründen aufgegebene Bodenuntersuchung Palästinas wieder aufzunehmen. Die zukünftigen Schwierigkeiten der palästinensischen Zitrusindustrie werden nicht nur aus dem Fall der Marktpreise, sondern auch aus dem geringen Ertrag oder der Ertraglosigkeit von Gärten resultieren, die auf Ungeeignetem Boden angelegt wurden. Der Direktor des Landwirtschaftsdepartements schätzt, daß Ende 1933 200.000 Dunam mit Zitrus bepflanzt waren, wovon 115.000 Juden und 85.000 Nichtjuden gehören. Die mit Zitrus bepflanzte Fläche in Palästina vermehrt sich rascher als in irgend einem anderen Zitrus produzierenden Lande. Die Zentralbank der Genossenschaften in Palästina veranstaltete im März— April 1934 eine Zählung der Orangengärten in jüdischem Besitz und erhieltf Antworten für ein Gebiet von 93.183 Dunam. Schätzt man die Größe der Gärten, von denen keine Antwort einlief, auf 10.000 Dunam, kommt man zu einer Schätzung des gesamten Zitrusgebietes in jüdischer Hand von 105.000 Dunam Der Zensus der Zentralbank bestätigt die Ergebnisse der Untersuchung desf Bundes der jüdischen Landwirte aus dem Jahre 1932, wonach zwischen 65 bis 70 o/o der Gärten in jüdischem Besitze einen Umfang von 20 Dunam und weniger haben, eine Fläche, die zwei arbeitende Familienmitglieder voraussetzt* mit Ausnahme der Ernteperiode sehr wenig Lohnarbeit erfordert. Wenn im Jahre 1934 nur 30.000 bis 40.000 Dunam neu gepflanzt werden (davon 10.000