Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Die Entwicklung der palästinensischen Industrie in den letzten Jahren
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 252 (sequence 8)
- Language
- German
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schaffen. Der Plan zur Erzeugung von Glühlampen wird zur Zeit von einer Gruppe ernsthaft geprüft. Elektroherde werden bereits in kleinem Umfange erzeugt; jedoch müßten schon jetzt von entspfrechender Seite die Vorbereitungenzur Erzeugung von Elektro-Gebrauchs-Artikeln, für den Haushalt, deren Benutzung mit der hoffentlich eintretenden weiteren Senkung der Stromkosteö stark steigen wird, getroffen werden. 9. Zum Schlüsse sei noch auf die Papier-Industrie hingewiesen. Die verarbeitende Industrie auf diesem Gebiet hat sich in den letzten Jahren in Palästina stark entwickelt; jedoch ist bisher keiner der vielen behandeltem Pläne zur Erzeugung von Papier verwendet worden. In dieser Hinsicht sind! vier Gruppen des Konsums zu unterscheiden: a) Papier für Druckerei-Zwecke, b) Orangen-Packpapier, c) sonstiges Packpapier, d) Karton für Kartonnagen-Industrie. Der Bedarf in allen vier Kategorien ist in einem starken Ansteigen begriffen und würde — besonders in Orangen-Packpapier und sonstigem Packpapier — bereits ausreichen, um ein kleineres Werk zu beschäftigen. Bisher sind diese Pläne im wesentlichen daran gescheitert, daß ejnersejts die Rohmaterial-Versorgung aus dem Ausland — Palästina hat kein entsprechendes Holzvorkommen — zu kostspielig ist im Verhältnis zu Industrien, die am Orte des Holzvorkommens produzieren, und daß andererseits von den europäischen Fabriken Papier in Palästina zu Preisen angeboten wird, die nicht nur unter den voraus* sichtlichen Selbstkosten einer Fabrik in Palästina liegen würden, sondern wahrscheinlich auch niedriger sind, als die Gestehungskosten in Europa selbsit. Die Rentabilität des Hausbaues in Palästina. (Unter Berücksichtigung des Mieterschutzgesetzes.) Von Dr. Ing. Hans Jacobowitz, Tel-Aviv. Das Investierungen suchende Kapital wendet sich in Palästina zwei Hauptgebieten zu, dem Wohn- und Grundstücksmarkt und dem Orangenbau, denn dies sind die zwei Hauptwirtschaftsfaktoren des Landes, da eine Wertpapierbörse oder eine nennenswerte Industrie noch nicht vorhanden sind. Als einfachere und sicherere Anlage wurde von einem Großteil der Investiereaiiden stets der Hausbau vorgezogen; hiebei kommt man nach Fertigstellung des Hauses;, d. h. etwa nach acht Monaten in den Genuß der Rente, während beim Orangenbau fünf Jahre Wartezeit erforderlich sind, bis die Pflanzungen Früchte tragen, die Verwaltung einer Orangenpflanzung mehr Fachkenntnisse erfordert und man hier auch von Weltmarktschwankungen in weit größerem Maße abhängig ist. So legte ein Großteil der Kapitalisten ihr Geld im Wohnungsbau in Palästina mit guten Erfolgen an und konnte man bis zum Frühjahr 1933 hier mit einer etwa 8—10 o/o sicheren Kapitals Verzinsung rechnen. Dann setzte die große Einwanderung ein. Der angebotene Wohnraum konnte trotz ungeheuer großer Bautätigkeit der Nachfrage nicht genügen und Grundstücks- und Wohnpreise stiegen immer höher. Der Hausbesitz