Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Die Entwicklung der palästinensischen Industrie in den letzten Jahren
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 251 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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für dies« Industrie die Voraussetzungen nicht besonders günstig sind, so sind doch zweifellos Möglichkeiten vorhanden. 6. Chemie: Hier gibt es in der Palestine Potash Cie. eine Ausgangs-Industrie. Möglichkeiten für andere sind gegeben, wie Alfred Markus in seinem vor kurzem im „Haarez" veröffentlichten Artikel nachgewiesen hat. Auf dem Gebiete der Herstellung chemischer Gebrauchsmittel ist in den letzten Jahren zweifellos ein erheblicher Fortschritt erzielt worden. Die Erzeugung von Heilmitteln ist von zwei Betrieben aufgenommen worden, deren Produkte in den nächsten Wochen auf dem Markt erscheinen werden. Kosmetische Artikel werden bereits von mehreren Firmen produziert und beginnen mit Erfolg, importierte Ware zu verdrängen; dasselbe gilt auch für Zahnpasta. Auf dem Gebiete der Farben-Industrie sind gleichfalls im letzten Jahr Ansätze geschaffen worden, die in Zukunft bedeutungsvoll sein können. Während bisher» in Palästina die Farben-Produktion im wesentlichen nur in der Mischung von Trockenfarben mit Leinöl bestand, ist jetzt in Jaffa und Haifa je ein kleiner Betrieb entstanden, zwei weitere sollen in einigen Monaten mit der Arbeit beginnen. Bei allen diesen Unternehmungen handelt es sich um die Erzeugung entweder von Oelfarben oder von Lacken. Auch die Erzeugung von Casein-' Kalkleim und Schuhcreme, die in dieses Gebiet gehören, ist jetzt in entsprechendem Umfange aufgenommen worden, um nicht nur den Bedarf des Landes zu decken, sondern darüber hinaus auch noch in den nächsten Jahren mit der Produktion für den Export-Markt zu beginnen. 7. Stein - und Erden-Industrie: Hier ist vor allen Dingen auf die in Bau befindliche Silicate-Ziegelfabrik in Haifa hinzuweisen. Die Zement- Produktion ist von Nesher dauernd gesteigert worden, ohne daß sie bisher den Landesbedarf befriedigen kann. Im Zusammenhang damit ist der Export erheblich zurückgegangen. Die Pläne zur Gründung einer zweiten Zementfabrik wurden bereits von verschiedenen Gruppen behandelt, ohne daß bisher ersichtlich ist, ob sich einer verwirklichen wird. Die Erzeugung von Zement-Produkten in verschiedenster Form — Beton- und Zement-Ziegeln, Zement-Röhren etc. — hat sich stark gesteigert; außerdem ist auch erstmalig die Erzeugung von Zement-Hohlbalken für Dächer an Stelle der bisher gegossenen Decken von* mehreren Betrieben in Tel-Aviv aufgenommen worden. Auf dem Gebiet der Nanirstein-Erzeugung und -Verarbeitung ist jedoch in den letzten Jahren kaum eine Entwicklung festzustellen. Die Erzeugung von keramischen Artikeln ist gleichfalls bis auf die Gründung einer kleinen Fabrik bei Haifa, deren Produkte jedoch bisher noch nicht auf den Markt gekommen sind, noch nicht in Angriff genommen worden. Dagegen wird zur Zeit eine Fabrik für Flaschenglas in der Nähe von Tel-Aviv errichtet. Der Bedarf an Fensterglas, der sehr erheblich' ist — im Jahre 1932 Import ca. 22.200 pal. Pfund — wird vorderhand auch weiterhin noch aus dem Auslande gedeckt werden müssen. 8. Elektromaterial: Hier sind in der letzten Zeit einige kleine Betriebe, die Taschenlampen-Batterien, Neon-Beleuchtungen etc. herstellen, entstanden. Die Erzeugung von Elektro-Installatians-Material, in dem der Bedarf außerordentlich groß ist, wurde bisher noch nicht in Angriff genommen, o'bwohl schon verschiedentlich Pläne behandelt wurden, dieses Material aus Bakelit im Lande zu pressen. Eine Zusammenarbeit zwischen einer derartigen Fabrik und einer entsprechenden Metall-Bearbeitungs-Werkstatt — von denen schon mehrere im Lande vorhanden sind — würde die Voraussetzungen dazu