Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Die Entwicklung der palästinensischen Industrie in den letzten Jahren
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 249 (sequence 5)
- Language
- German
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zufuhren ist, sondern auch auf die Gruppe „Konsum-Güter". Demgegenüber ist festzustellen, daß das starke Anwachsen der jüdischen Bevölkerung — allein im Jahre 1933 ca. 20o/0 gegenüber dem Stand per Ende 1932 — sowie die gehobene Konsumkraft der gesamten Bevölkerung infolge der Konjunktur einen Bedarf an Konsum-Gütern entwickelt hat, dem die bestehenden und gegründeten Industrien Palästinas in den meisten Zweigen nicht gewachsen waren. Bei den neuen Betrieben ist noch zu berücksichtigen, daß sie in der ersten Zeit ihrer Tätigkeit auf den palästinensischen Markt, seine Anforderungen und seine Bedürfnisse einstellen müssen, und erst nach genauer Kenntnis der. spezifischen Verhältnisse im Verlaufe einer längeren Periode auf ihre volle Kapazität kommen können. Die nächsten zwei bis drei Jahre müssen daher bei normaler Entwicklung — auch ohne Berücksichtigung der in dieser Zeit entstehenden Neugründungen — eine starke Steigerung der Produktion der palästinensischen Industrie bringen und damit nicht nur eine weitgehende Senkung des Imports in jenen Zweigen, in denen das Land bereits über eine industrielle Basis verfügt, sondern auch ein erneutes Anwachsen des Exports in unsere Nachbarländer zur Folge haben. In diesem Zusammenhang soll noch kurz auf die letzte Entwicklung in den wesentlichsten Zweigen der palästinensischen Industrie hingewiesen werden, wobei auch — soweit dies in diesem Rahmen möglich ist, die Frage der sogen. Ausgangs-Industrien berücksichtigt werden soll. 1. Lebensmittel: Die Oel- und die mit ihr verbundene Seifenind'nstrie soweit sie von Juden betrieben wird, sowie überhaupt die Fettverarbeitung, scheint vor einer neuen Aufwärtsentwicklung zu stehen. Zwei größere Werke sind zur Zeit im Bau. Hierbei handelt es sich um Betriebe, die zum Teil palästinensische Rohstoff e, zum Teil importierte verwenden. Die Schokolaiden- und Süßigkeiten - Industrie hat im letzten Jahr eine starke Aufwärtsentwickfung gehabt, wobei die Wiedereröffnung von NOAM und die Gründung von ELITE eine besondere Rolle spielen. Die Industrie zur Verwertung von Citrus-Produkt je n steht — was auch aus den Exportzahlen ersichtlich' ist — in einer starken Entwicklung, wobei die nächsten Jahre, in denen das Problem der Verwertung der Abfallfrucht und der auch sonst nicht exportierten Ware bei der erhöhten Gesamterzeugung eine bedeutende Rolle spielen wird> noch zwangsläufig zu einer Steigerung der Produktion führen müssen, wenn nicht die Rentabilität der Orangen-Pflanzungen gedrückt werden soll. Neben diesen Industrien wird früher oder später die EJrage der Zucker-Erzeugung; im Lande eine erhebliche Rolle spielen. Dieses Gebiet ist schon mehrfach untersucht worden. Im Augenblick scheint seine Bearbeitung zu ruhen; doch» besteht kein Zweifel daran, daß mit der neuen Kolonisation von größeren Gebieten, die für Plantagen-Wirtschaft nicht in Frage kommen, die Erzeugung von Zuckerrüben eventuell auch Zuckerrohr, und damit auch die Frage der, Zuckerindustrie erneut aufgerollt wird. Zu diesem Gebiet gehört auch das Projekt der Bierbrauerei, wobei die Interessen von Landwirtschaft und Industrie — Gewinnung eines billigen Kraftfuttermittels für Rindviehzucht — Hand in Hand gehen. Auch hier scheint in der letzten Zeit infolge der Einstellung des Finanz-Departments der Regierung eine Verzögerung an der Durchs führung des bereits feststehenden Projektes eingetreten zu sein. Schließlich! sei in diesem Zusammenhang noch darauf hingewiesen, daß im Jahre 1934 die