Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Die Entwicklung der palästinensischen Industrie in den letzten Jahren
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 248 (sequence 4)
- Language
- German
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Aus dieser Aufstellung ergibt sich, daß in der Gesamtperiode die Kapital-Investitionen in der Gruppe „Chemische Industrien" weitaus am stärksten waren, sie betrugen ca. 421.000 pal. Pfund gegen ca. 100.000 pal. Pfund in der nächstgrößeren Gruppe, nämlich „Lebensmittel". Dabei sind in der beobachteten Periode in der Gruppe „Chemische Industrien" nur acht Neugründungen erfolgt, während die Gruppe „Lebensmittel" 46 Neugründungen zeigt. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter in der Gruppe „Chemische Industrien" weist bei den Neugründungen der letzten vier Jahre 520 Mann auf, bei der Gruppe „Lebens* mittel" 431 Mann. Die Kapital-Investition der Gruppe „Chemische Industrien" ist zu mehr als 90 o/o auf die Palestine Potash Cie. zurückzuführen, bei dein auch der überwiegende Teil der angeführten Arbeiter der chemischen Gruppe beschäftigt ist. Sonst fallen noch durch eine besonders starke Entwicklung die Gruppen „Holzbearbeitung", „Metallindustrie" und „Steinindustrie" auf, in denen 85 resp. 49, resp. 38 industrielle Betriebe die Produktion neu eröffnet haben. Die Zahl der Beschäftigten beträgt 633 resp. 618, resp. 566, während das Investitions- Kapital in der Gruppe „Metall-Bearbeitung" ca. 81.000 pal. Pfund, in der Gruppe „Holzbearbeitung" ca. 44.000 pal. Pfund und in der Gruppe „Steinindustrie" ca. 56.000 pal. Pfund beträgt. Diese drei Gruppen haben ihren Aufschwung zu erheblichem Teil der Entwicklung des Baumarktes zu verdanken; die große Zahl der Betriebe ist bei der Gruppe „Holzbearbeitung" auf die vielen Bau- und Möbel-Tischlereien, bei der Gruppe „Steinindustrie" auf die Zement-, Ziegel-, Palaten und andere Zement verarbeitende Bau-Industrien zurückzuführen. Die zusammenfassende Betrachtung dieser Entwicklung zeigt, daß das Tempo der industriellen Entwicklung sich in den letzten Jahren dauernd gehoben hat, wobei auch — im nationalwirtschaftiiehien Sinne durch Beschäftigung einer möglichst großen Arbeiterzahl und durch Erzeugung möglichst großer Quantitäten — der Nutzwert des Investitions-Kapitals im Steigen begriffen ist. Die industrielle Gründungstätigkeit gerade der letzten Jahre war1 meist darauf gerichtet, vor allem Werke, die unmittelbare Verbrauchsgüter produzieren, zu schaffen, und weniger darauf, Ausgangs-Industrien, die möglichst auf vorhandene Rohstoffe des Landes oder auf solche benachbarter Länder zurückgreifen, zu errichten. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß gerade solche Ausgangs-Industrien auf allen jenen Gebieten, auf denen sie unter Berücksichtigung der natürlichen), politischen und soziologischen Verhältnisse des Landes möglich sind, eingerichtet werden sollen, da eine nur verarbeitende Industrie, besonders in einem so kleinen Land wie Palästina, das noch dazu in politischer und in handelspolitischer Beziehung nicht unabhängig) handeln kann, in vieler Hinsicht zu einseitig und daher auch zu leicht krisenempfindlich ist. Zu der oben gezeigten Entwicklung der palästinensischen Industrie und insbesondere der Produktion an Konsumgütern, scheint die Steigerung des Importes gerade der letzten beiden Jahre in Widerspruch zu stehen, wobei noch berücksichtigt werden muß, daß auch der industrielle Export auf verschiedensten Gebieten gerade im letzten Jahre zurückgegangen ist. Es ist bekannt, daß die Import-Steigerung nicht bloß auf die Gruppe „Lebensmittel" — als eine Folge der Mißernte und der starken Einwanderung — und nicht bloß auf Produktionsgüter in verschiedenster Form für die starke Baubewegung, die Einrichtung neuer landwirtschaftlicher und industrieller Betriebe zurück-*