Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Das Konjunkturrätsel in Palästina
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 243 (sequence 11)
- Language
- German
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Aequivalent des großen Importes und sichert der Industrie und gemischten Landwirtschaft einen Markt. Das Baugewerbe ist auch von Ereignissen im Auslande abhängig, jedoch handelt es sich hier mehr um politische und soziale als um wirtschaftliche Ereignisse. Eine Krise in der Plantagenwirtschaft würde auch das Baugewerbe schwer beeinflussen und zu einem schweren Rückschlag in der gemischten Landwirtschaft und der Industrie führen. Jedoch würde eine" Krise im Baugewerbe die Plantagenwirtschaft gar nicht berühren, die auch in diesem Falle eine Stütze für die Industrie und die gemischte Landwirtschaft sein könnte. Dies ist der Grun'd für die entscheidende Bedeutung der Preisgestaltung der Zitrusfrüchte für die palästinensische Wirtschaft und hier liegt auch die Hauptgefahr für ihre Prosperität. Zugleich soll auf die Proportionen der vier sich ergänzenden Wirtschaftszweige hingewiesen werden, da sie, wenn sie günstig sind, einen ausreichenden Markt sichern. Dies ist das Geheimnis der palästinensischen Prosperität, da ja eine Wirtschaftskrise nichts anderes ist als das Resultat eines solchen Verhältnisses zwischen Produktion und Konsum, wie es den Bedingungen der modernen Wirtschaft und seinem Wesen nicht mehr entspricht. Besteht auf Grund dieser Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes für die nächste Periode aufzustellen? Dies ist höchst problematisch, da die Wirkung zweier Faktoren, die eine solche Prognose bestimmen würden, unbekannt ist: der Umfang der Einwanderung und die Preise der Zitrusfrüchte. Jedenfalls läßt eine Prosperitätsperiode, nachdem sie vorbei ist, eine breite Wirtschaftsbasis hinter sdoh, und der neue Aufschwung beginnt auf einem höheren Entwicklungspunkt als der frühere. Gewerbe und Industriezählung 1933. Die statistische Abteilung der Exekutive der Jewish Agency hat zuletzt im Juli 1933 (zum fünften Male) eine Zählung von Gewerbe und Industrie veranstaltet. Diese wurde inzwischen durch die Ergebnisse einjer Rundfrage über die Daten August—Dezember ergänzt. Nachstehend folgt das provisorisch ermittelte Ergebnis. Die Zahlen sind aus den Städten und 21 größeren Kolonien ermittelt. Bei Betrieben, die weniger als 12 Monate alt sind, wurde die Erzeugung für voll© 12 Monate berechnet. Als Gewerbebetriebe gelten jene, die inklusive dem Inhaber nicht mehr als vier Personen beschäftigen, geringe Kraft brauchen und für die Verbraucher direkt arbeiten. Von der angegebenen Gesamtzahl von 19.510 Arbeitenden entfallen auf Gewerbeinhaber 4450, mithelfende Familienmitglieder 850, Techniker und Fachleute 290, Beamte 780, Lohnarbeiter 13.140. Nach dem Geschlecht waren es 16.310 (84o/0) männliche und 3200 (16o/0) weibliche Personen. Die nachstehend mitgeteilten Ziffern sind vorläufige und werden vielleicht noch einige Korrekturen erfahren.