Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Die Obstbaumzucht
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 178 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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J^JJ läßt. Die Pflaume kann auf schweren Böden gepflanzt werden. Bisher hat man die Pflaume auf die Mirobolin gepfropft, die sich im Lande nicht bewährt und leicht von der Kapnodis befallen wird. In letzter Zeit hat man zwei einheimische Unterlagen gefunden, die der Erkrankung durch Kapnodis nicht ausgesetzt sind und wenn sich der erwartete Erfolg hier einstellt, so ergibt sich die Möglichkeit großer Pflanzungen von Pflaumen. Wir kennen jetzt die Sorten, die sich zur Zucht eignen und wir wissen, daß die Marktpreise gut sind. Wir wissen auch, <laß man die Pflaume ruhig neben Zitrusplantagen pflanzen kann, denn sie wird — zum Unterschied von der Marille — nicht von der Mittelmeer fliege heimgesucht. Der Apfelbaum. Er gedeiht hauptsächlich in kühleren Regionen, doch gibt es „Sommersorten", die sich auch für Palästina eignen. Auch hier ist die Frage der Sortenwahl und. der Unterlage wichtig. Bisher hat der Apfelbaum im Lande hauptsächlich durch Bohrwürmer und durch Apfelmotten gelitten, ■doch kennen wir heute die Methode der Bekämpfung dieser Uebel. Die BOhrwürmer tötet man in ihren Gängen mit Chlorol (Bichlor — Benzin), während man die Apfelmotten in einem Säckchen sammelt und hierauf die Pflanzen besprengt. Bisher haben wir auf europäischen Unterlagen gepfropft, aber die Bäume haben dann schwer unter dem Chamsin gelitten, denn ihre Blüte fällt in den Frühling in die Zeit des ChamJsin, der die Blüten vielfach zerstört. Die verschiedenen Sorten der einheimischen Pflaume dagegen gedeihen ausgezeichnet, weil die Zeit ihrer Blüte vor dem Einsetzen des Chamsin ist. Wir kennen, heute schon einige für das Land ausgezeichnet geeignete Sorten, die in Obergaliläa, im Emek und auch in der Küstenzone gedeihen. Die Dattel. Frische und getrocknete Datteln im Werte von ca. 20.000 Pfund werden aus dem Irak umd aus Aegypten importiert. In der jüdischen Wirtschaft wurde die Dattel nicht gezüchtet. Früher war es zufolge eines Verbotes der Regierung auch schwer möglich, gute Setzlinge aus Aegypten einzuführen. Von den verfügbaren Setzlingen aber schlugen nur 50o/o Wurzeln. In Arizona machte man nun nach mancherlei Versuchen die Entdeckung, daß die Setzlinge in salzreicher Erde nicht gut Wurzel fassen, obwohl nachher gerade salzreiche Erde für die Entwicklung des Dattelbaumes günstig ist. Nun haben wir die Möglichkeit, diese Anfangsschwierigkeiten zu überwinden und können die Dattel in größerem Maßstab züchten. Das heiße Klima von Tiberias und Jericho ist für die zum Trocknen bestimmten Sorten geeignet, während für die Küstenebene die Speisesorten besser geeignet sind. Der Nußbaum. In Syrien und in Damaskus gibt es zahlreiche Nußbaumpflanzungen, bei uns nur wenige, obwohl Nüsse im Wert von mehreren tausend Pfund aus dem Ausland importiert werden. In Obergaliläa gedeiht der Nußbaum gut, es müssen nur Sorten angesetzt werden, die gegen Reif und Chamsin widerstandsfähig sind. Die Hebronsorte mit den länglichen Früchten ist wohlschmeckend und kann auch in anderen Teilen des Landes gepflanzt werden, ~ <. Zusammenfassung : Aus dem oben Gesagten ergibt sficli, daß die Aussichten der Obstbaumzucht günstig sind, doch müssen wir aus unseren früheren Irrtümern lernen. Es iisjti notwendig, die besten inländischen Sorten der Pflanzen zu wählen, die immun sind, sie zu veredeln, die Bedürfnisse des Marktes im Auge zu behalten — und unter diesen Voraussetzungen kann der Erfolg nicht ausbleiben.