Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Die Obstbaumzucht
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 176 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Die Obstbaumzucht. Von Agr. Asaf Grasovsky, Jerusalem. Vorbem. d. Red.: Dieses Referat wurde auf der Farmertagung gehalten. Das Interesse für Obstbaumzucht, die im Lande nodh eine große Zukunft hat ist sehr gewachsen und überall werden Versuche damit gemacht. Ueberall im Lande und besonders dort, wo Wasser vorhanden ist, wollen die Landwirte unter Vernachlässigung aller (anderen Zweige, Zitrus pflanzen. Die Juden versuchten früher andere Pflanzungen anzulegen, aber stets blieb der Erfolg aus. So entstand die Meinung, daß es nicht lohne, Wein oder Mandeln zu pflanzen. Allein es ist jetzt an der Zeit, zu untersuchen, ob diese Meinung nicht irrig ist, ob nicht besondere Gründe an jenen Fehlschlagen schuld waren und, wenn diese Gründe erforscht werden, ob nicht viele Zweige, die vernachlässigt oder aufgegeben worden sind, rentabel sein könnten. Die Importziffern belehren uns, daß 1932 nach Palästina Obst und Obstprodukte um 135.000 Pfund eingeführt worden sind, und zwar Aepfel, Datteln, Aprikosen (frisch und getrocknet), Rosinen, Nüsse, Feigen, Pflaumen, Oliven (frisch und eingelegt), sowie große Mengen anderer Früchte. Die Ziffer für 1933 ist noch nicht bekannt, aber sicherlich hat sich in diesem Jahr der Import von Früchten verdoppelt. Diese großen Summen, die für Konsumgüter des Landes in das Ausland gehen, zeigen, da|ß ein weites Feld für Pflanzungen solcher Art in Palästina vorhanden ist. Bisher scheiterte unsere Arbeit in der Obstzucht hauptsächlich an dem Mangel gründlicher Kenntnisse. Wir haben die Bedingungen des Landes nicht berücksichtigt und von auswärt« verschiedene Sorten und ebenso Unterlagen eingeführt, ohne Berücksichtigung des im Lande Vorhandenen. Hätten wir statt dessen wertvolle ausländische Sorten auf kräftige heimische Unterlagen gepfropft, so wäre der Erfolg gewiß nicht ausgeblieben. Diese Methode ist für alle Arten von Pflanzungen richtig, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Der Weinstock. Gegenwärtig sind 14.000 Dunam mit Weintrauben und 8000 Dunam mit Tafeltrauben bepflanzt. Früher gab es mehr Weingärten, aber der Wein fand keinen Absatz, die Preise sanken stark und infolgedessen wurden an Stelle von Trauben Orangen gepflanzt. Die verbliebenen 14.000 Dunam decken den heimischen Bedarf und den Export; wenn die Weingärten aber in einer bestimmten Zone konzentriert werden, wird man die Anbaufläche nach den Bedürfnissen des Marktes auch ausdehnen können. Nicht so ist es bei den Tafeltrauben, die noch viel sorgfältige Pflege erfordern; und daran fehlt es hier. Wir haben Fehler bei der Auswahl der Sorten begangen, indem wir solche wählten, deren Reife in die Zeit fällt, da auch in Transjordanien und in Aegypten die Trauben reifen. Frühe Sorten, die im Juni reifen, sind vorzuziehen, und wir sehen tatsächlich, daß Tafeltrauben — Salti, Schasla und Madeleine — die im Emek Jesreel um den 15. Juni reifen, zirka 15 Pfund pro Dunam einbringen. Auch in den Nachbarländern besteht Nachfrage nach solchen frühen Trauben: In Damaskus, Beyruth und im Libanon. Ein Versuch in Obergaliläa beweist uns überdies, daß im Lande auch die Möglichkeit besteht, späte Tafeltrauben