Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Zur Lage der palästinensischen Eisenwirtschaft
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 165 (sequence 8)
- Language
- German
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Zollbehandlung scheint ausreichend zu sein, um unsere Nagelproduktion auf Grund der Verarbeitung importierter Drähte zu schützen und zur Entwicklung gelangen zu lassen. Auch die eingangs gegebene Einfuhrtabelle läßt das erkennen. Ob die in der Entstehung befindlichen Schraubenfabriken mit dem spezifischen Zoll von vier Mil je Kilo aus Position 182 A auskommen können, das wird sich erst noch zeigen. Es ist klar, daß die Ausfuhrfähigkeit der in der Entstehung befindlichen Betriebe ebenfalls eine Folge zollpolitischer Maßnahmen in Palästina sein kann. Bisher war diese Ausfuhrfähigkeit noch klein. Es ist auch' noch nicht recht zu übersehen, in welchen Richtungen sie sich in nächster Zukunft bewegen wird. Immerhin muß man heute schon darauf hinweisen, daß eisenverarbeitende Anlagen im Entstehen sind, die auf der Möglichkeit einer gewissen Ausfuhr ihrem Umfang und ihrer Art nach basieren. Das ist eine Erscheinung, die mit der Kleinheit unseres inneren Marktes notwendigerweise zusammenhängt. Es ist heute vielleicht noch zu früh, diese Entwicklungslinien darstellen zu wollen. Aber ich glaube, daß detr Zeitpunkt nicht mehr sehr fern liegt, in welchem auch für derartige Untersuchungen Material vorliegen wird. Bank- und Kreditwesen in Tel-Aviv. Von Dr. Kurt Grunwald, Jerusalem. Vorbem. d. Red.: Der Verfasser stellt uns diesen Artikel, der im Jubiläumsbuch der Stadt Tel-Aviv erscheinen wird, zum Vorabdruck zur Verfügung. Anno 1925, so erzählt der Tel-Aviver Volksmund, kam ein Jude ins Land; Geld hatte er natürlich keines, doch von besseren Tagen war ihm noch ein schwerer Silberlöffel verblieben. Auf diesen Silberlöffel hin lieh ihm ein ehemaliger Landsmann 2pal. Pfund, mit denen unser Freund Mitglied einer Kredit-Kooperative wurde und eine Anleihe von 20 Pfund erhielt. Mit diesem Kapital ging er zur Terraingesellschaft und erwarb mit einer ersten Anzahlung ein Grundstück, auf das er dann eine stolze Tafel setzte: „Baugrund des Mr. N. N.". Kaum war das geschehen, da begannen schon die Agenten zu laufen: „Sie werden doch keine ausländischen Ziegel benützen. Unsere sind 150mal so stark, und Sie sind doch ein Zionist. Was, Sie haben jetzt kein Geld? Aber wozu, ein paar Wechsel genügen." Kaum werden am anderen Tag die Ziegel abgeladen, da kommt schon der Vertreter der Baukooperative. „Als guter Jude werden Sie doch nur mit uns bauen. Ach, das mit dem Zahlen erledigen wir ein anderesmal." Und bevor noch das erste Stockwerk fertig war, hatte unser Freund alle drei Stockwerke vermietet gehabt und die Miete auf drei Jahre vorausbezahlt erhalten. Und das alles durch einea Silbeiiöffel. Und nun noch, pst, ein Geheimnis, das Silber war nicht echt. Diese Geschichte ist entstanden in den Tagen, da Tel-Aviv eine eigene Währung hatte, den prolongierten Wechsel, und die Währungsreformer und und Geldtheoretiker konnten bei jedem Klejtnik in Tel-Aviv reiches Material zu diesen Fragen erhalten. In der Geschichte aber, in der sich Tel-Aviv