Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Das Tal Sebulon ("Emek Sewulun" - "Haifa-Bay")
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 152 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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hat. Mit der Entwicklung der Industrie- oder Wohnhäuserzone wird eine Umwandlung des landwirtsdhaftlichen Bodens in Industrie- oder Wohnviertel erfolgen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, den Bedarf für viele Jahre, hinaus mit Sicherheit zu decken und allen Anwärtern Parzellen zu geben; hier wird der Bedarf das Angebot nicht übersteigen. In seinem Pachtvertrag besitzt der Keren Kajemeth ein juridisches Instrument, um seine Bodenpolitik durchzuführen. Es sind verschiedene Typen von Verträgen ausgearbeitet worden: für Wohnhäuser, für Industrieunternehmungen, landwirtschaftliche Betriebe usw. Durch sie soll die Wahrung der Keren Kajemeth-Prinzipien in der Praxis durchgeführt werden. Es wird Rücksicht genommen auf die Interessen der Pächter, insbesondere derjenigen in der Industrie, denn der Keren Kajemeth rechnet damit, daß sich die palästinensische Industrie noch in den Kinderschuhen befindet und bis zu ihrer Behauptung in der Produktion und der Sicherung des Absatzes noch schwere Kämpfe durchzumachen hat. Daneben wurden die Interessen des Volksfonds nach Möglichkeit gewahrt, dem durch, die sichere Einnahme, die er von den Pachtgeldern beziehen wird, eine neue Geldquelle für weitere Bodenkäufe erschlossen wird, die auch die Basis für eine Anleihe bilden kann. Die Haifa-Bay ist im vollen Sinne des Wortes eine Schlüsselposition der Juden in Palästina: wirtschaftlich ist sie ein Schlüssel für die Entwicklung der künftigen Großstadt, national ein Schlüssel für die möglichst weite Ausdehnung der jüdischen Siedlung und Wahrung des jüdischen Charakters dieser künftigen Stadt, finanziell kann sie für den Keren Kajemeth zu einer ergiebigen Einnahmsquelle und Grundlage der Finanzierung seines Werkes werden. Hier liegt die große Bedeutung dieses Gebietes. Sie rechtfertigt nicht nur die gewagten Transaktionen der Jahre 1925 und 1928, sondern muß auch zu der Erkenntnis führen, daß diese wichtigste wirtschaftliche Position Palästinas sich nur dann zu einem Segen für das gesamte Land und die jüdische Gemeinschaft entfalten kann, wenn ihre Entwicklung durch eine gemeinnützige Institution wie die des Keren Kajemeth beherrscht wird. Die Einwanderung des Jahres 1933. Von Dr. Mienasche ben Ephraim, Jerusalem. Die wirtschaftliche Fassungskraft Palästinas, ein Begriff, der in den letzten Jahren eine so große Rolle in der politischen Auseinandersetzung spielte, wao stark genug, um innerhalb eines Jahres die Einwanderung von rund 40.000 Juden (fast 4 o/o der Gesamtbevölkerung, 20o/o der jüdischen Bevölkerung) ohne ernsthafte Schwierigkeiten zu ermöglichen. Diese rapide BevölkerungsVermehrung durch Einwanderung ist ein in. der Geschichte der Kolonisationsbewegung beinahe beispielloser Fall, den wir im folgenden etwas näher unter* suchen wollen. „Legale" und „illegale" Einwanderung. „Zahlen lügen nicht, aber Leute, die Zahlen machen, lügen." Diese alte Vorsichtsmaßregel für den Gebrauch von Statistiken gilt für Palästina in ganz; besonderem Maße. Man erinnert sich, daß während der letzten palästinensi-