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Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Aufforstung
Date
1934-02-01
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
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sich für Getreide- und Weinbau nicht eigneten, sollten von den jüdischen! Bauern ebenfalls zur Anlage von Hainen benutzt werden. Nach diesen Gesichtspunkten gingen die Fachleute nicht nur vor Jahrzehnten vor, als die Sümpfe von Chedera und Petach Tikwah auszutrocknen waren, sondern auch in der Zeit kurz nach der Besetzung des Landes durch die Engländer. So wurden vom Keren Kajemeth in den feuchten Niederungen von Beer Tevia und Merchawia Eukalyptuswälder gepflanzt, ebenso in Kinereth, beim Ausfluß des Jordan aus! dem See und auf den Dünen von Nachlath Jehuda an der Meeresküste. Aber die Ansicht über den wirklichen Wert dieser Arbeiten, vor allem in bezug auf die Trockenlegung von Sümpfen, hat sich beträchtlich geändert. Das moderne Drainage-System besteht in der Schaffung von Abflüssen für das stehende Wasser durch offene Kanäle oder im Boden verlegte Rohre, und nach diesem wurden vor 12 Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten durch) den Keren Kajemeth im Emek Jesreel (Nahalal, Ain Charod) später auch an anderen Orten, ausgeführt. Das gleiche System wurde auch von anderen mit Sanierungsarbeiten befaßten Gesellschaften nachgeahmt. Heute denkt niemand mehr an die Pflanzung von Wäldern in der Ebene, weil sich herausgestellt hat, daß solcher Boden nach seiner Sanierung sich für intensive Wirtschaft, d. h. für die Bestellung mit Feld- und Gartenfrüchten, Futtermitteln und bewässertem Gemüse vorzüglich eignet, somit also die Pflanzung von Waldbäumen auf solchen Böden nicht ratsam ist. Auch für die Aufforstung der Sanddünen liegt kein Grund vor, denn angesichts der in den letzten Jahren entdeckten Möglichkeit der Auffindung von Grundwasser bestehen Aussichten, auch auf diesen Flächen Citruspflanzungen anzulegen. Es wird also niemanden einfallen, an Stelle solcher lukrativer Pflanzungen Waldbäume anzulegen. Die Küstenzone in Scharon, von Petach Tikwah bis Chedera, war noch bis vor etwa 100 Jahren mit Eichenwäldern bedeckt, von denen auch vor 20—30 Jahren noch Reste vorhanden waren, gegenwärtig aber nur noch vereinzelte Ueberreste (in der Gegend von Pairdeß Channa) zu finden sind. Heute wird kein Bauer oder Forstwirtschaftler zulassen, daß in dieser mit so großen! Vorzügen für Citruskulturen gesegneten Gegend noch Wälder angelegt werden. Waldbäume pflanzt man dort nur noch als Schmuckalleen, als Windschutz oder für Spazierwege. Der neue Wald findet seinen Platz nur auf den Bergen. Wir tragen unser Kolonisationswerk mit ihm in schwieriges Neuland. Der „alte" palästinensische Wald mit seinen Eichen, Fichten, Terebinthen ist überaus spärlich, nichts» zeigt dem Touristen so deutlich, daß er in einem Lande tausendjähriger Verwüstung wandert, wie diese entblößten Berghänge. Heute werden nach einen) vorbedachten Plan viele Baumarten, einheimische wie eingeführte, durch verschiedene Institutionen und in erster Linie durch den KKL. angepflanzt. Aber bis heute hat man keinen Baum gefunden, der sich an Vorzügen und Anpassungsfähigkeit an Boden und Klima mit der Fichte messen könnte. Unsere Fichte ist die Jerusalemfichte, auch Aleppo-Pinie (Pinus halpensis L.) genannt. Nach Meinung der Botaniker stammt sie von der Westküste des Mittelmeeres. In der klassischen Zeit Palästinas, als sein Waldbestand vorhanden war, war diese Fichte sehr verbreitet. Besonders auf dem judäischen Bergen, von wo man sie zur Errichtung des Altars brachte. Unsere Väter haben sie so geliebt, daß sie sie immer wieder als Motiv in der Kunst verwandten, wie die Traube oder den Granatapfel. Auf den Sargdeckeln, die

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