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Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 74

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Zum jüdisch-arabischen Problem
Date
1934-02-01
Page
Seite 74 (sequence 10)
Language
German
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Und bis dahin? Wenn wir bei einer illusionslosen Betrachtung der Probleme zionistischer Außenpolitik zu der Folgerung gelängt sind, daß für grundsätzliche politische Wendungen die Zeit noch nicht reif sei, und daß die politische Enge nocia manche Jahre unser Schicksal sein wird, wollen wir damit niciht sagen, daß wir in unseren politischen und sozialen Beziehungen zu den Arabern untätig bleiben sollen. Vielmehr: Die große politische Wende muß manche Jahre hindurch durch eine wirtschaftliche, soziale, kulturelle und propagandistische Arbeit vorbereitet werden. Die Tätigkeit der Histadruth, die schon heute Hunderte arabischer Arbeiter organisiert und aus ihrem Elend herausgerissen hat, ihre Bemühungen um ein Vertrauen zwischen jüdischen und arabischen werktätigen Massen, ihre Sorge um die Schaffung einer arabischen Zeitung, ihr Versuch, mit arabischen intellektuellen Kreisen innerhalb und außerhalb des Landes Fühlung zu nehmen, sind ein Beispiel dieser friedlichen Vorarbeit. [Die rechts gerichteten Parteien im Zionismus sind gegen diese Politik der Histadruth (Arbeitergewerkschaft). — An>m. d. Redj.] Man soll aber das Feld der* Gemeinsamkeiten erweitern: Gemeinsame steuerpolitische und soziale Forderungen von jüdischen und arabischen Landwirten, Hilfe der Juden für den Beginn eines arabischen Genossenschaftswesens, ein gemeinsamer Kampf um die Demokratisierung der Stadtverwaltungen (mit solchen Kräften im arabischen Lager, die sich dazu bereit erklären), das zielbewußte und hart-» näckige Bestreben einer Zolleinheit von Palästina, Trans Jordanien-, Syrien und Irak, — all dies gehört zu den unmittelbaren Aufgaben des palästinensischen Jischuw. Auch diese friedlich© und bescheidene Tätigkeit stößt, wie wir aus Erfahrung wissen, auf Hindernisse und Schwierigkeiten seitens der englischen Verwaltung, aber das bewußte Wollen von Hunderten und Tausenden von Menschen, die sich in der unübersehbaren Mannigfaltigkeit des Lebens mit Hunderten und Tausenden Menschen eines anderen Volkes zusammenfinden wollen, kann auf lange Sicht durch keine Regierungsmaßnahmen verhindert werden. Zweifellos bedarf unsere tägliche arabische Politik einer grundlegenden jüdisch-arabischen Losung, in deren Rahmen unsere einzelnen Bemühungen einbezogen werden sollen. Diese Losung, als Ziel unserer Arbeit, die aber schon jetzt in Pressediskussionen und Tagesgespräch hereingetragen sein soll, ist der Gedanke eines für Juden offenen Palästinas innerhalb einer großen arabischen Föderation. Es gibt oft politische Gedanken, die noch nicht reif sind für eine Verhandlungsbasis, die aber bereits reif sind als Grundlage für eine geistige und propagandistische Auseinandersetzung zu dienen. Die Konzeption einer arabisch-jüdischen Föderation ist ein Schulbeispiel dazu. Die prinzipielle Bereitschaft des Zionismus für ein großzügiges Verständnis der arabischen Bewegung, begleite* von einer täglichen Annäherungsarbeit, wird über kurz oder lang die Voraussetzung für eine sachliche politische Verständigung schaffen. Der Gedanke einer arabisch-jüdischen Föderation mit einem tiefen sozialen Inhalt (dessen Zustandekommen der Zionismus beschleunigen kann), wird zweifellos die besten und reinsten Kräfte im arabischen Volk wecken* Wann das geschieht, hängt nicht zuletzt von der Intensität unserer Einwanderung und Ansiedlung ab.

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