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Palästina · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 23

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Article
Wirtschaft. Von ad. bm.
Date
1934-01-01
Page
Seite 23 (sequence 8)
Language
German
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laufenen Jahr ist die bekannt glänzende Finanzlage der Administration. Man wird nicht fehlgehen, wenn man den Ueberschuß, der mit Ablauf des gegenwärtigen Finanzjahres (31. März) in ihren Kassen sich befinden wird (trotzdem den Fellachen fast alle Steuern nachgelassen worden sind) auf mindestens 21/2 Millionen Pfund schätzt. Das ist nahezu so viel wie eine Jahreseinnahme. Bs war angesichts einer solchen Reserve, die vorläufig noch immer von Monat zu Monat stark steigt, wohl kaum notwendig, wie beschlossen, eine neue Anleihe von 21/2 Millionen Pfund aufzunehmen, aber jedenfalls spielt eine solche in dieser geringen Höhe für die Finanzlage gar keine Rolle. Warum die Regierung so ungeheure Thesaurierungen vornimmt, obzwar eine Reihe dringender Aufgaben von ihr zu lösen wären, ist unverständlich. Sie hat behauptet, Reserven zu brauchen wegen eines vielleicht eintretenden Rückschlages. Für ihr eigenes Budget braucht sie diese nicht, denn bei Einnahmen, die Ueberschüsse von ca. 30 o/o bringen, liegt genug latente Reserve. Nur wenn die Regierung die Absicht hätte, im Falle der Krise, wie es unter Lord Plumer der Fall war, mit eigenen Mitteln durch Arbeitsbeschaffung eine entstehende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, wäre diese Politik gerechtfertigt. Jedesfalls wird im Punkte der Finanzpolitik der Mangel eines irgendwie geregelten Einflusses der Bevölkerung auf die Gestion der Regierung immer peinlicher empfunden, namentlich von den Juden, die heute schon ca. 50o/o zu den Einnahmen der Verwaltung beisteuern, indes höchstens 12o/o der Ausgaben für Zwecke des jüdischen Bevölkerungsanteiles aufgewendet werden. Das Jahr 1934 beginnt so unter sehr verschiedenartigen Aspekten, die eine Prognose sehr schwer machen, umsomehr auch der Faktor „Weltwirtschaft", von dem Palästina sich trotz aller Sonderentwicklung nicht gänzlich lösen kann, vor allem wegen der politischen Lage ein unsicherer ist. Eine kurze Zeit der „Verdauung", der Konsolidierung des so stürmisch Gewachsenen und eine Normalisierung des Preisniveaus, wie sie wahrscheinlich während der Wintermonate eintreten könnte, würde nur von Nutzen sein. Im Frühjahr wird dann durch die Messe ein neuer großer Impuls gegeben werden. So ist zu hoffen, daß auch im Jahre 1934 die Entwicklung Palästinas eine günstige sein wird. (Nach Abschluß dieser Uebersicht verlautet mit Bestimmtheit, daß die Pipeline schon im Sommer dieses Jahres fertiggestellt werden wird. Dies' würde natürlich dem Verkehr und der Wirtschaft einen gewaltigen Impuls geben). Die Demonstrationen in Tel-Aviv. Die Zahl der bei der Demonstration am 9. Dezember verwundeten Polizisten ist 9 (4 britische, 5 jüdische, darunter Inspektor Goifer schwer); 20 Personen wurden verhaftet. Die Exekutive der Jewish Agency verurteilte in einer Erklärung aufs schärfste die Demonstration. Ebenso sprach Professor Brodetzky bei einem gegebenen Anlaß über die Verantwortungslosigkeit der Urheber der Demonstration. Auch der Bürgermeister von Tel-Aviv sprach sein Bedauern aus. — Von den verhafteten Jugendlichen wurden bereits zwei vom Gericht freigesprochen. Nachrichten Daten Abgeschlossen am 10. Jänner 1934 POLITIK.

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