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Palästina · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 17

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Article
Wirtschaft. Von ad. bm.
Date
1934-01-01
Page
Seite 17 (sequence 2)
Language
German
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die übertriebenen Sehätzungen, die darüber im Umlauf sind, sicher nicht zutreffen. Jedesfalls hat sieh die Absorptionskraft des Landes, das Anfang 1933 zirka 200.000 bis 210.000 jüdische Einwohner zäjhlte, als unvorstellbar groß erwiese;n. Sie war, wie bekannt, ermöglicht durch den gleichzeitig erfolgten Kapitalzustrom. Bis Ende September sind rund 2000 Familien der Kapitalistenklasse eingewandert. Nimmt man nach Analogie der Enquete der Jewish Agency für 1926 bis 1932 (siehe Nr. 12 d. B., S. 427) 3700 Pfund an Kapital für die! Familie an, so würden diese 2000 Personen rund 71/2 Millionen Pfund mitgebracht haben. Diese Ziffer erscheint aber deshalb viel zu hoch, weil infoige der politischen Verhältnisse der Druck auf die Angehörigen der Mittelklasse so groß war, daß sicher viele Familien einwanderten, die nicht mehr als die verlangte Minimalsumme von 1000 Pfund besaßen. Aber man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man trotzdem den Kapitalzustrom für 1933 mit mindestens fünf Millionen Pfund annimmt, umsomehr es ja noch andere Zustromsquellen gibt, als bloß die der Kapitalien der Einwanderer. Die Frage, wie sich die Einwanderer und das Kapital in die Wirtschaft des Landes eingeordnet haben, was von entscheidender Bedeutung für die Beurteilung der Aspekte der wirtschaftlichen Lage ist, läßt sich mangels exakter Untersuchungen nicht genau beantworten. Sehr dankenswert erscheint daher die Durchführung der seihon erwähnten Enquete, deren Ergebnisse von David Gurevich und Dr. G. Czyderowitsch bearbeitet und in dieser Zeitsohrif t wiedergegeben worden sind. Diese. Enquete brachte erfreulichej Daten zutage. Das Kapital, das 1926 bis 1932 einströmte, blieb, soweit Angaben vorliegen, nicht unverwertet in den Banken liegen, sondern wurde zu rund 90 o/o produktiv angelegt. Allerdings war jene Periode vor allem durch die mächtige Ausdehnung der Zitruspflanzungen gekennzeichnet, und tatsächlich sind über 63 o/o der Kapitalien, über die Auskunft vorlag, direkt und indirekt für diese Expansion verwendet worden. Für das abgelaufene Jahr liegen noch keinerlei exakte Ziffern über die Neupflanzungen vor. Jedesfalls aber ist 1933 keine viel größere Neupflanzung als 1932 erfolgt. Auch die Siedlungsarbeit außerhalb des Pflanzungsbaues ist 1933 nicht besonders fortgeschritten. Hier liegt ein wesentlicher Grund für eine etwas, zurückhaltende Beurteilung der Lage. Man darf sich nicht zu sehr von dem bestehenden Arbeitermangel im Lande blenden lassen, denn er ist hauptsächlich auf die fieberjhafte Bautätigkeit zurückzuführen. Einerseits macht der bedeutende Zustrom von Menschen in die Städte durch Einwanderung und Binnenwanderung, wozu noch der starke natürliche Zuwachs kommt, eine Bereitstellung von Wohnungen in vorher nie dagewesenem Maße (siehe darüber den Artikel Schiffmann in dieser Nr.) erforderlich. So Jiat sich die Einwohnerzahl von Tel-Aviv z. B. in 2 Jataen nahezu verdoppelt. Sie stieg von 46.000 Seelen (November 1931) auf 85.000 (November 1932). Naturgemäß sind die Bodenpreise sprunghaft gestiegen. Die Mieten haben sich erhöht und Zehntausende von Arbeitern fanden beim Bau gutbezahlte Beschäftigung. Andererseits fand dadurch das einströmende Kapital eine leichte und gute Verwertung im Hausbau. Aber diese Entwicklung birgt — abgesehen von der spekulativen Bodenpreistreiberei, von der noch gesprochen werden wird — Gefahrenmomente in sich. Die Herstellung von Wohnungen, die von der Bedarfsseite gesehen, ein primäres Erfordernis ist, ist von dem Standpunkt der Produktion ein sekundäres Element. Denn die Menschen, die behaust werden und Miete

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