Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Article
- Prinzipielles über die Stellung der Psychologie an der Universität Jerusalem
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 3)
- Language
- German
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aus zufälligen Gründen einem Teilgebiet einen Lehrstuhl ein, so muß man später ebenso zufällig erweitern, anleimen und bekommt doch nur eine sehr unvollkommene Zusammenarbeit, weil die nun vorhandenen Gebiete und In~ teressen sich überschneiden und sich gegeneinander richten, statt sich nach einem wohlerwogenen Plan aneinander zu entfalten. Ein von vornherein eingerichteter Lehrstuhl für angewandte Psychologie dagegen, kann je nach Bedarf immer mehr gegliedert werden. Innerhalb der gemeinsamen Lehrkanzel können die Sonderfächer, je nach der praktischen Bedeutung und nach dem Gewicht vertreten sein. Man kann heute schon voraussehen, daß in dem aufstrebenden Lande in nicht allzulanger Zeit außer der Pädagogik insbesondere die Propaganda, der Film, der Rundfunk, die wirtschaftlichen und Verkehrswerbung etc. wissenschaftlicher Vertiefung und Pflege bedürfen werden. Es ist ein unbedingter Grundsatz, daß um so mehr Theorie vorhanden sein muß, je mehr das praktische Handeln sich ausbreitet. Das Leben selbst, indem es dieses oder jenes Gebiet betont, bedarf der Wissenschaft und nötigt sie in Forschunng und Ausbildung die Akzente zu verteilen. Solche zugleich systematischen und pragmatischen Gesichtspunkte und nicht Zufälligkeiten, sollten für eine vorausschauende Konstruktion der psychologischen Lehrkanzel in erster Linie maßgebend sein. Rundschau WIRTSCHAFT, Von ad. bm. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas weicht bekanntlich in ihrem Wesen von der aller anderen Länder ab. Sie zeigt den Charakter einer Aufbankonjunktur und deshalb ist es äußerst schwierig, irgend welche Prognosen nach Art jener zu stellen, wie sie die heutige Konjunkturforschung nach Abschätzung bestimmter Faktoren — Geld- und Kapitalmarkt, Produktionsindex, Arbeitslosigkeit, Preisbewegungen, Ernten usw. — mit ziemlicher Treffsicherheit aufstellen. Denn hier sind zwei sonst nicht vorhandene Faktoren: Einwanderung und Kapitalzufluß für die Wirtschaftsentwicklung maßgebend. Die Beurteilung der Lage hängt daher davon ab, wie man die weitere Entwicklung dieser Faktoren beurteilt. Das Jahr 1933 war diesbezüglich ein Rekordjahr. Die legale Einwanderung betrug ca. 30.000 Seelen (amtliche Schlußziffern liegen noch nicht vor). Dazu kommt die sogenannte „illegale" Immigration von Touristen, die eine Stellung erlangt haben (manchmal ist das auch nicht der Fall) und ohne die Erlaubnis abzuwarten, im Lande geblieben sind. Die Menge dieser „Illegalen" war 1933 zufolge des Mangels an Arbeitskräften eine besonders« hohe. Die Zahl der Touristen bis Ende September wird amtlich mit 56.000 angegeben, man kann sie also für das Jahr 1933 auf ca. 65.000 bis 70.000 schätzen. (Der Aufschwung der Touristik ist ein bedeutender, von 13.200 Reisenden im Jahre 1930 bis zu dieser Ziffer.) Die Zahl der im Lande gebliebenen Touristen ist ein Bruchteil davon und jedesfalls sehr hoch, wenn auch