Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Article
- Das Bauen in Palästina
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 7)
- Language
- German
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die allgemeine Planung von Wohnvierteln in unseren Städten hinter der in Europa weit zurück. Es gibt wenig öffentliche Parks, und die Gartenplätze in den privaten Häusern sind selten größer, als es die Voass^hrift des Magistrats verlangt. Diese Mängel sind hauptsächlich, verschuldet durch die Besonderheiten der Stadtbildung in Palästina. Wie in anderen Ländern, steigt der Preis von ländlichem Boden um die Stadt mit ijirem Wachstum, durch das es ihn einbezieht. In anderen Ländern hat das keinen Besitzwechsel dieses Landes zum Gefolge, sondern die Eigner sind intelligent genug, die Vorteile des Stadtwachstums für sich zu nutzen. Auch ist es nicht selten, daß diese Grundbesitzer den Prozeß beschleunigen, indem sie mit den Stadtverwaltungen gemeinsam vorgehen und durch Schaffung von Bequemlichkeiten aller Art die städtische Entwicklung an sich ziehen. Das ist nicht der Fall in Palästina. Der eingeborene Grundbesitzer hat kein Interesse an der zukünftigen städtischen Entwicklung seines Bodens. Der Beginn der Stadtbildung in seiner Nachbarschaft ist ihm nur ein Zeichen, daß der Preis für sein Grundstück steigt. Er ist nicht interessiert an der Anlage von Wegen und an der Vorsorge für Erschließungen nach einem Stadtplan, da er sicher ist, seinen Boden der wachsenden Stadtbevölkerung gut zu verkaufen. Da hohe Preise bezahlt werden müssen, weil es keine Bodenreserven gibt, ist wenig Möglichkeit gegeben, öffentliche Plätze für den Gebrauch des Publikums zu schaffen, und selbst wo dies geschieht, sind sie sehr klein, da die Bodenkäufe sich in sehr bescheidenen Maßen bewegen. Nichtsdestoweniger ist eine sehr lobenswerte Anstrengung von den neuen jüdischen Stadtgemeinden gemacht worden, um einen beträchtlichen Grad von öffentlicher Fürsorge zu erzielen, durch die Beistellung von guten Wegen, Wasserzufuhr, Ausübung einer gewissen architektonischen Aufsicht und die Propagierung höherer Standards bei privaten und öffentlichen Bauten. (Pal. and Middie East Ec. Mag.) Prinzipielles über die Stellung der Psychologie an der Universität Jerusalem. Von Dr. med., Dr. phil. W. Eliasberg, Wien. Vorb. d. Red.: Die Errichtung einer Lehrkanzel für Psychologie an der Universität Jerusalem steht bevor. Die Psychologie hat sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an den meisten Universitäten Ansehen und Lehrstuhle erobert. Gegenüber dem, was bis dahin von den Vertretern der Philosophie als Seelenkunde vorgetragen wurde, konnte die neue Psychologie auf exakte, zahlenmäßig faßbare Ergebnisse hinweisen. Das war etwas, was am Ende des 19. Jahrhunderts Eindruck machte. Aber der Siegeslauf der Psychologie ist sehr bald gehemmt wordein. Das liegt ebenso sehr an der Krisis innerhalb der Psychologie (siehe K. Bühler: Die Krise in der Psychologie, 1927), wie darin, daß sich die „exakten Ergebnisse" in der Praxis des Lebens zunächst nicht als verwendbar erwiesen. Die Menschen sind in ihrem Kulturverhalten keine generellen Wesen. Die Situation, das aktuelle Milieu, die Erfordernisse praktischen Handelns, der Beruf, und auf der anderen Seite Herkunft, Familie,