Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Der Ausbau des Instituts [Nachricht]
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 405 (sequence 2)
- Language
- German
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Einkommens der Universität um mindestens 15.000 Pfund — das ordentliche Budget beträgt 40.000 Pfund — gesichert werde. Wenn es gelingt, neue Mittel aufzubringen, so soll zunächst der Rahmen des Jud aistischen Instituts zwecks Ausfüllung der Lücken in seinem gegenwärtigen Studienplan erweitert werden. Es wird immer dringlicher, insbesondere im Hinblick auf den Zusammenbruch der älteren Stätten jüdischer Wissenschaft in der Diaspora, das Judaistische Institut der Hebräischen Universität zu einem allumfassenden Zentrum judaistiseher Studien im weitesten Sinne des Wortes zu machen. Es ist geplant, im nächsten Jahre neue Professuren für Hebräisch und jüdische Philosophie zu schaffen und den Lehrplan des Instituts durch Errichtung neuer Lehrstühle für biblische Geschichte und Literatur, altisraelitische Geschichte, Und Geschichte und Literatur der Periode des! zweiten Tempels zu erweitern. Im Laufe der letzten fünf Jahre wurde eine geisteswissenschaftliche Fakultät ausgebaut, die gegenwärtig das Institut für judaistische und orientalische Studien und die Abteilung für Philosophie, klassische Sprachen und Geschichte des Altertums und des Mittelalters umfaßt. Nunmehr soll die Fakultät durch Angliederung neuer Abteilungen für Pädagogik, Psychologie, Geschichte der Neuzeit, moderne Sprachen und politische Oekonomie erweitert werden. Der naturwissenschaftliche Unterricht beschränkte sich in den letzten zwei Jahren auf Vorlesungen über Biologie, Jetzt ist beabsichtigt, die derzeit bestehenden naturwissenschaftlichen Abteilungen, nämlich die Institute für Mathematik, Chemie, Biologie, Naturgeschichte, Volkshygiene und Mikrobiologie, zu einer vollständigen naturwissenschaftlichen Fakultät zusammenzufassen. Der Ausbauplan sieht zu diesem Zweck die Errichtung neuer Abteilungen für physikalische Chemie und theoretische und mathematische Physik vor, zu denen in einem späteren Zeitpunkt eine Abteilung für Experimentalphysik treten soll, sowie die Schaffung neuer Lehrkanzeln für reine Mathematik, Physiologie und Pharmazeutik vor. Ferner wird die Gründung einer medizinischen Fakultät angekündigt. Die Leitung der Universität, so heißt es in der Erklärung, isffc der Ueberzeugung, daß es an der Zeit ist, vorbereitende Maßnahmen für die Errichtung einer medizinischen Fakultät in Erwägung zu ziehen. Aus den in den letzten Monaten eingelaufenen unzähligen Anfragen scheint die dringende Notwen* digkeit hervorzugehen, Schritte in dieser Richtung zu unternehmen. Die Universität besitzt bereits gut ausgestattete medizinische Laboratorien und einen hochqualifizierten Stab von Forschern. Dies ermöglicht den Ausbau eines medizinischen Zentrums, dessen klinischen Kern das Hadassah-Rothschild-Spital bilden würde. Zur Schaffung eines solchen Zentrums wird die Errichtung weiterer Laboratorien für experimentelle Pathologie und Radiologie und die Schaffung klinischer Lehrstühle für Gynäkologie, innere Medizin, Dermatologie, Chirurgie und pathologische Chemie vorgeschlagen. Ein solches medizinisches Zentrum würde selbstverständlich nicht eine medizinische Fakultät darstellen. Doch sind die Universitätsbehörden überzeugt, daß dieser Ausbauplan eine höchst geeignete und rationelle Methode für die allmähliche Entwicklung einer repräsentativen medizinischen Fakultät darstelle.