Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Die öffentlichen Finanzen Palästinas
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 370 (sequence 4)
- Language
- German
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370 phantastische Höhe, sie werden für 1933/34 -auf 1,7 Millionen Pfund geschätzt und fallen überwiegend auf den kleinen jüdischen Jischub. Da es keinerlei Körperschaft mit beratender Stimme, die durch! Wahl aus der Bevölkerung zustande gekommen wäre, gibt, so müßte die Exekutive der Jewish Agency selbst alles daran setzen, daß 1. die auf die Juden gelegte zu hohe Besteuerung gemildert wird, 2. die Regierung in ihren Aufwendungen die jüdischen Bedürfnisse entsprechend alimentiert. Rundschau JEWISH AGENCY. Von Spectator. Der XVIII. Zionistenkongreß hat die überaus delikate und schwierige Situation, die seinen Zusammentritt kennzeichnete, verhältnismäßig gut überstanden. Was man aujcjh gegen seinen Verlauf einwenfden mag — und jeder Teilnehmer wird sehr viel dagegen einzuwenden haben — man muß doch feststellen, daß es dem Kongreß gelungen ist, die zwei gefährlichen Klippen zu umschiffen: Weder kam es zu der von vielen befürchteten Sprengung des! Kongresses dureji eine Spaltung der Organisation infolge der durch dien Arlosor off-Mord entstandenen Spannung, noch hat sich der Kongreß zu einer scharfen außenpolitischen Haltung im Zusammenhang mit den deutschen Ereignissen hinreißen lassen, die gleichfalls für die zionistische Gesamtbewegung von weittragenden Folgen hätte sein können. Wenn man berücksichtigt, daß das im Kongreß angewandte parlamentarische System mit seiner Rivalität der Parteien eine Besonnenheit recht erschwert, dann muß man bei aller Kritik zugeben,, daß der Kongreß besser abgelaufen ist, als zu befürchten war. Der Verlauf des Kongresses bot so recht ein Spiegelbild der Unruhe und Zerrissenheit des jüdischen Volkes. Theoretische und praktische Gegensätze, die es auch bei anderen Völkern gibt, pflegen im jüdischen Kreise mit einer besonderen Gründlichkeit ausgetragen zu werden. Sdheint es doch im jüdischen Wesen zu liegen,, doktrinäre und ideologische Gesichtspunkte besonders stark mit Realitäten zu vermischen. Dazu kommt, daß die mangelnde politische Tradition der Juden sie häufig politische Aktioöskraft mit taktischer Schlauheit verwechseln läßt; wer die Durchschnittspolitik anderer Völker betrachtet, wird freilich hier keinen speziellen Mangel der Juden erblicken können. Innerhalb des Kongresses aber treten solche Mängel besonders deutlich und schmerzlich zutage. Der letzte Kongreß war in seiner ganzen ersten Hälfte vollständig lahmgelegt durch1 das Suchen 'nach einer Formel}, die der durch den Arlosoroff-Mord entrüsteten Arbeiterpartei genügen sollte, ohne doch' den Re-* visionisten das Verbleiben in der Organisation unmöglich zu machen. Die Diskrepanz zwiscjhen wirklichem Leben und politischem Betrieh mußte besonders fühlbar werden, wenn man miterlebte, wie der tragische Tod Arlosoroffs, der tausende Menschen zutiefst betroffen hat, hier allmählich zu einem Stoff für politische Schachzüge und Formulierungen mechanisiert wurde. Echte Leidenschaft und innere Entschiedenheit war hier auf keinier Seite vorhanden. Die Untersuchung des Mordfalles selbst war im übrigen, wie a-uf dem Kongreß