Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 353 (sequence 3)
- Language
- German
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schweren Boden, sowohl bewässerbaren als auch nicht bewässerbaren, der zur Kolonisation in unsere Hände kommt. Wenn unbewässerbarer Boden in unseren Besitz gelangt, so ist er zum Großteil zur Kolonisation erst nach vielen Amelioxationen geeignet, bis er seine ursprüngliche Kraft wiedererlangt. Diese Ameliorationen sind zum Teil mechanischer Art, wie Tilgung von wilden Kräutern, Entsteinung, Trockenlegung von Sümpfen, zum Teil organischer Art, wie die Stärkung des Bodenertrages durch biologische Mittel. Bewässerbarer Boden braucht nach der Drainage und der Wasseranlegung Voruntersuchungen in bezug auf die Benutzung des Wassers. Ohne diese ist der Boden in verschiedenen Gebieten der Gefahr der Versalzung ausgesetzt. Im besten Falle werden wir dann Wirtschaften, reich an Wasser, aber blutarm und kraftlos in ihrem Kampf um die Märkte, haben. Auf allen diesen Flächen gibt es keinen anderen Wieg, als die Errichtung von Uebergangswirtschaften. Diese Flächen werden nicht den ständigen Ansiedlern, sondern Arbeitergruppen als Ameliorationsgebiete übergeben. Solche Uebergangswirtschaften werden sich von Anfang an selbst erhalten und konkurrenzfähige Erzeugnisse hervorbringen, da sie sich unter einem Minimum von beschränkten Produktionsfaktoren, befinden. Die Ameliorationssysteme haben eine längere Erforschungsperiode, das Versuchsstadium, durchgemacht. Die Intensivierung wird beginnen, sobald diese Gebiete konkurrenzfähige Früchte hervorbringen werden. Zeitweilig, in einer Uebergangsperiode, kann die Wirtschaftseinheit auf 500—1000 Dunam festgesetzt werden. Dieses System ist vorläufig auch in bezug auf solche Flächen notwendig, die bewässerbar sind. Es ist besser, daß das Wasser ins Meer fließt, solange es nicht gebrauchsfähig gemacht ist, als daß unsere Wirtschaften überschwemme. Die natürliche Pionierzone. Erez Israel ist kein Land der Ebenen, sondern ein Land von Bergen, Tälern und Hügeln. Und so ist auch das jüdische Volk nacht eben in seinen Eigenr Schäften und hügelig in seinem Geist. Palästina ist ein Land der Extreme, in seiner Temperatur, in seiner Höihe über dem Wasserspiegel und in seiner Tiefe unter dem Wasserspiegel. Und so sind auch wir. Die Vielgestaltigkeit ist ein Vorteil für die Zukunft, da sie die Volkswirtschaft besser fundiert und sie nicht von einzelnen Zweigen abhängig macht. In der Gegenwart bildet diese Vielgestaltigkeit in gewissen Hinsichten einen beschränkenden Produktionsfaktor, der in vieeln Fällen die Konkurrenzfähigkeit unserer Erzeugnisse schwächt. Die Natur und der Mensch setzen die Konkurrenzfähigkeit der Produkte fest. Und die Uebereinstimmung zwischen der Natur des Menschen und der Natur des Landes ohne besondere Willenseinschränkung wird unserer Volkswirtschaft Kraft verschaffen. Und so wie es eine natürliche Zone für die Citrusfrüdhte gibt und die Erweiterung ihrer Grenzen auf künstlichem Wege, ihre Konkurrenzkraft zu beeinträchtigen droht, hat die Natur der Pionierzone auch Schranken gesetzt. Dies ist augenscheinlich eine Sache der Psychologie, aber der Kolonisator muß auch die Psychologie der Ansiedler kennen, so wie der Laaidwirt die Physiologie der Pflanzen zu kennen hat. Die Pionierzone erstreckt sich über die Täler und Gebirge des Landes, über die Sümpfe und die Ebenen des Ackerbaus — auf alle Flächen, die für Citruspflanzungen nicht geeignet sind. Nach der bestehenden Lage der Landwirtschaft in der gesamten Welt gibt der Boden dem Arbeiter nur Brot, aber keine Zinsen für das Kapital. Selbst der Musterbauer erzielt sogar in den verschiedenen Ländern durchl seine Mühe nur den Lohn eines Lohnarbeiters und oft noch weniger. Und auf