Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1933)
- Article
- Aus den Kolonisationsreferaten des 18. Zionistenkongresses
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 352 (sequence 2)
- Language
- German
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Pfund kosten bei einer Festsetzung der Flächeneinheit auf 12—15 Dunam, bei einer Beschränkung des notwendigen Geldumsatzes, damit diese Wirtschaft den Markt nicht mit zu viel Produkten überschwemmen muß, um so die zahlreichen Ausgaben, die mit der Mechanisierung verbunden sind, zu decken usw. Die Ausgaben dieser Wirtschaft müssen auf das Minimum beschränkt sein und die Einnahmen dienen hauptsächlich zur Ernährung der arbeitenden Familie. Ihre Eigentümlichkeit liegt in ihrer Unabhängigkeit von dem Weltmarkte und seiner Konkurrenzkraft, in der sicheren Einnahme für den Ansiedler nach Ablauf von etwa drei Monaten seit seinem Seßhaftwerden, ohne daß er Arbeit bei anderen zu suchen hat, bis die Pflanzungen Früchte abwerfen. In der gesamten weiten Citrus - Zone gibt es Platz für hunderte von Wirtschaften von diesem Typus, insbesondere auf den schweren Böden, die geeignet sind, die Bevölkerung, die von Pflanzungen ihre Existenz ziehen soll, mit verschiedenen Lebensmitteln zu versorgen. Die Kürzung des Weges vom Produzenten zum Konsumenten ist geeignet, die Transportspesen zu verringern und die Erzeugnisse konkurrenzfähig zu machen. Diese Wirtschaftsform sichert dem arbeitenden Menschen gegenüber dem, was er von der Lohnarbeit bekommt, vom Beginn seiner Ansiedlung auf dem Boden an einen höheren Lebensstandard und öffnet ihm bestimmte Möglichkeiten zur allmählichen Besserung seiner Existenzverhältnisse. Jede Kolonie zählt solche Taglöhner in Massen. Viele haben schon ein Alter erreicht, in dem ihr Stand nicht geändert werden kann,, und sind verurteilt, für immer und ewig bei ihrem bestehenden Einkommen von 6—7 Pfund monatlich zu bleiben. Die erwähnte Wirtschaft sichert vom Beginn an einen Reinertrag von etwa 80 Pfund jährlich außer der Wohnung. Die Einnahmsquellen, die in dem erwähnten Plan angemerkt sind, haben schon in technischer Hinsicht das Versuchsstadium durchgemacht. Tatsächlich haben sich aber die einzelnen Teile noch nicht zu einer vollen Wirtschaftseinheiü zusammengesetzt, die auf gegenseitigem Einfluß untereinander, wie Fruchtwechsel und die Anpassungsfähigkeit in jeder Saison an die Verhältnisse des lokalen Marktes, begründet sind. Auch die Frage des Menschenmaterials ist hier viel komplizierter als in den vorhandenen Wirtschaftstypen, da diese Wirtschaft von besonderer und individueller Eigentümlichkeit ist. Der Arbeiter bedarf hier spezieller Ausbildung. Die Verwirklichung dieses Planes muß sehr vorsichtig mit einer geringen Anzahl von Wirtschaften beginnen, und diese sollen als Musterwirtschaften durch die Vervollkommnungen dienen, die sie von Jahr zu Jahr produzieren werden. Extensive Uebergangswirtschaften in ihrer natürlichen Zone. Die intensive Wirtschaft wird ihrer Natur und ihrem Wesen nach nicht auf einmal, sondern erst allmählich geschaffen, auch wenn viele Mittel vorhanden sind. Wir besitzen keine Werkzeuge, mit denen man mit einem Schlag den Bodenertrag steigern und aus dem Boden hochqualifizierte, konkurrenzfähige! Früchte hervorbringen kann. Wir können zu neuen Märkten nicht durch Aufrufe gelangen, sondern durch Eroberung einer Position nach der anderen. Der arbeitende Mensch kann einen so zusammengesetzten Apparat wie eine intensive Wirtschaft erst nach einer mühevollen Ausbildung und nach einer gewissen theoretischen und großen praktischen Erfahrung beherrschen. Die Intensität ist eine Frucht, die erst nach einer bestimmten Wachsäumsperiode reif wird, und die Früchte fallen nie vom Baume sofort nach der Anlegung des Setzlings. Das Gebiet der extensiven Wirtschaften erstreckt sich fast auf jeden