Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Mandatskommission : die Debatte [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 297 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Unterhaus abgegebenen Erklärungen sowie auf die im Marz d. J. erfolgte Zuteilung von 4500 Einwanderungszertifikaten. Seitens der Kommission wurde der Vermutung Ausdruck gegeben, daß viele der jüdischen Auswanderer aus Deutschland wohl kaum in die Kategorie der Zertifikatempfänger eingereiht werden können. Die Kommission fragte daher, ob die britische Regierung bei der deutschen Regierung Vorstellungen gemacht hat, um für die jüdischen Auswanderer nach Palästina eine Erlaubnis der Ausfuhr ihres Besitztums zu erwirken. Herr Young erwiderte, daß diese Frage geprüft worden ist und daß seines Wissens nach die deutsche; Regierung jenen Jucken, die eine Einwanderungserlaubnis nach Palästina innerhalb der Kategorie A (sogenannte „Kapitalisten") erhalten haben, die Ausfuhr des Betrages von ungefähr 1000: englische Pfund erlaubt. Das deutsche Mitglied der Mandatskommission, Ministerialdirektor Dr. Ruppel, bestätigte diese Behauptung des Vertretera der Mandatarmacht. Auch diese Frage findet keine weitere Erwähnung im Bericht der Mandatskommission an den Rat. Bei Behandlung der Einwanderungsfragen wurde u. a. vom englischen Mitglied der Kommission das illegale Ueberschreiten der syrischen Grenze von Personen ohne Einwanderungsschein erwähnt. Der Vertreter der Mandatarmacht antwortete, daß die Regierung energische Schritte unternimmt, um diesem Uebel vorzubeugen. Ein anderes Kommissionsmitglied wunderte sich hingegen über die sehr niedrige offizielle Ziffer der mohammedanischen Einwanderer — im ganzen letzten Jahir nur 212 — und bemerkte, daß diese Ziffer wohl kaum der Wirklichkeit entsprechen kann, da der Zuwachs der arabischen Bevölkerung in Palästina durch Zuwanderung bekanntlich sehr groß ist. Der Vertreter der Mandatarmacht mußte zugeben, daß die Vermutung des Fragestellers richtig ist, da aus Transjordanien kommende Araber tatsächlich keinerlei Pässe oder Dokumente bedürfen. Die Erklärungen des Vertreters der Mandatarmacht über die Zusammenarbeit der Araber mit der Regierung klangen eher optimistisch. Die seitens; der Arabischen Exekutive verkündete „Non-cooperation"-Bewegung wurde als praktisch unwirksam dargestellt. Ansonsten scheint die Debatte keine besonders interessanten Momente) gezeitigt zu haben. Der Bericht an de« Rat enthält bloß einige ganz kurze Bemerkungen über die Wahrung der wirtschaftlichen Gleichberechtigungsklausel bei den Anschaffungen für die Hafenarbeiten in Haifa, über die schon oberwähnte Frage der Einbeziehung Palästinas in die „Imperial Preference", über die von der Mandatarmacht für die nächste Tagung angekündigten Aufklärungen betreffs Ansiedelung dep: „landlosen" Araber und schließ-« lieh über die Grenzziehung zwischen Palästina und Syrien. Die Prüfung der Petitionen des Waad Leumi, des palästinensischen Obersten Rabbinatsrates und der „Agudath Israel", betreffend die Zuerkennung einer Sonderstellung für die agudistisch-orthodoxen Juden Palästinas wurde bis zur nächsten im November d. J. stattfindenden Tagung der Kommission aufgeschoben. Die Aufwendungen der Jewish Agency. In dem Memorandum der Jewish Agency wird über die Quellen ihrer Palästinaaufwendungen folgende Tabelle gegeben: