Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Mandatskommission : die Debatte [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 296 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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daß man daher kaum verstehen könne, warum sich die Mandatarmacht den jüdischen Kolonisationsbestrebungen in diesem Lande widersetzt. Das Mandat verbiete doch keinesfalls dem Emir und den tranjs jordanischen Scheiks den Verkauf von Ländereien für Zwecke der jüdischen oder vielleicht auch de* von Juden eventuell unterstützten arabischen Kolonisation. Herr Young gab zu, daß das Mandat eine jüdische Kolonisation in Transjordanien nicht verbiete, aber die Regierung sei nach genauer Prüfung der lokalen Stimmungen und der allgemeinen Sicherheitsverhältnisse zur Ueberzeugung gelangt, daß eine Förderung der jüdischen Kolonisation in Transjordanien nicht angezeigt wäre. Auch müsse man bedenken, daß große Teile von Transjordanieh Wüste seien und daß der Unterschied zwischen diesem Lande und Palästina, trotz der geringen Bevölkerung in seinen kultivierbaren Gebieten, keineswegs eür sehr bedeutender sei. Was die Ansiedlufng von Arabern betrifft, so sei ihm von derartigen ernsteren Bestrebungen nichts bekannt. Ein Mitglied der Kommission fragte schließlich, ob die alle Mandatländer verpflichtende Klausel der wirtschaftlichen Gleichberechtigung in Trans jordanien gewahrt werde, ob nichtpalästinensische Staatsangehörige, z. B. Europäer oder Amerikaner, beim Ankauf von Ländereien in Trans jordanien auf Hindernisse stoßen und ob gegebenenfalls europäische oder amerikanische Staatsangehörige, die Judeni sind, an solchen Käufen behindert werden können, nur deshalb, weil sie Juden sind. Der Vertreter der Mandatarmacht erwiderte, daß die Rechte der Ausländer in Trans jordanien keinerlei Begrenzungen unterliegen. Nur die vorher von ihm erwähnten Gründe bestimmen die britische Regierung, Kolonisationsbestrebungen in Trans jordanien nicht zu fördern. Auf die Frage Dr. Rappards, ob der Widerstand gegen den Landverkauf an Juden seine Quelle in Palästina oder Trans jordanien findet, gab Herr Young trocken zur Antwort, daß er es vorziehe, allgemeine Aufklärungen zu geben und nicht in Einzelheiten zu gehen. Damit war dieser Meinungsaustausch beendet. In dem Bericht der Kommission an den Rat wird die Frage Transjordaniens gar nicht erwähnt. In ähnlich ablehnender Weise beantwortete der Vertreter der Mandatarmacht eine Frage über die Gründe, die die Regierung bewogen haben, Palästina bisher in die „Imperial Preferenee" nicht einbezogen zu haben. Herr Young gab auch diesmal seinem Bedauern Ausdruck, daß es ihm nicht möglich sei, eine „ins Einzelne gehende" Antwort zu geben. In ihrem Bericht an den Rat bemerkt die Kommission, daß sie sich über die Schwierigkeiten nicht im klaren ist, die die Mandatarmacht davon abgehaltein haben, Palästina in die „Imperial Preferenee" einzubeziehen, (Diese Bemerkung der Mandatskommission ist besonders darum wichtig, weil England bisher die Einbeziehung Palästinas in die „Imperial Preferenee" aus dem Grunde abgelehnt hat, weil ein Mandatsland nicht wie ein Teil des Empire behandelt werden könne. Wenn aber der Völkerbund damit einverstanden wäre, dann fiele diese» Argument weg. — A. d. R.). Die Frage der Einwanderungserleichterungen für deutsche Juden kam gelegentlich des Meinungsaustausches über die allgemeinen Ein- und Aus» Wanderungsbedingungen in Palästina ebenfalls zur Sprache. Die dahingehenden Fragen der Kommissionsmitglieder beantwortete der Vertreter der Mandatarmacht mit dem Hinweis auf die von Sir John Simon am 13. April im