Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Der French-Bericht [Nachricht]
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 280 (sequence 4)
- Language
- German
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die Regierung diskreditieren und den palästinensischen Steuerzahlern eine finanzielle Last aufbürden, die sie schwerlich tragen könnten. Es mag sein, daß sich mit der Zeit die Möglichkeit ergeben wird, andere Exportprodukte zu ziehen oder die Produktions- und Absatzkosten der schon jetzt gezogenen Produkte so zu senken, daß der Export rentabel bleibt; aber ich sehe mich zu dem Schluß genötigt, daß die Ausnutzung neu erschlossener Gebiete, wenn Mittel zu ihrer Erschließung aufgebracht werden könnten, im gegenwärtigen Stadium der landwirtschaftlichen Entwicklung in Palästina nicht wirtschaftlich erscheint. Die Forderung nach baldiger Reorganisierung der bestehenden Siedlung im Beisan- und Huleh-Gebiet und nach Neukolonisierung der einzigen großen Gebiete im Lande, nämlich derjenigen im Jordantal — drei Projekte, die dauernd stärkstes Interesse bei den Juden finden — ist von einem gewissen Standpunkt wohl zu verstehen; aber diese Forderung gründet sich auf höchst optimistische Erwartungen. Der French-Bericht skizziert im Anschluß an diese Betrachtungen den von der Jewish Agency unterbreiteten Vorschlag, mit finanzieller Regierungshilfe eine Jüdische Agrar- und S ie dl u n g s b a n k zur Erleichterung der Anlage neuer Siedlungen zu schaffen, und unterzieht den Plan einer eingehenden Kritik. Er kommt zu dem Schlüsse, daß er seine Annahme nicht empfehlen könne. Es stehe außer Zweifel, daß die palästinensische Landwirtschaft nicht die hohen Zinsen würde bezahlen können, die eine solche Bank zur Deckung ihrer Auslagen und Verluste festsetzen müßte. Ich bin daher, erklärt French, zu dem Schluß genötigt, daß die Regierung, wenn sie eine Anleihe aufnehmen und sie zum Ankauf von Schuldscheinen einer solchen Bank verwenden würde, ihre Auslagen nicht rückerstattet bekommen könnte, s o daß die Last des Zinsendienstes und der Amortisation den Steuerzahlern des Landes direkt aufgebürdet werden würde. Für eine zu 5 o/o aufgenommene und innerhalb 40 Jahren rückzahlbare Anleihe von einer Million Pfund müßte der palästinensische Steuerzahler 40 Jahreszahlungen von 60.000 Pfund oder insgesamt 2,400.000 Pfund aufbringen. Die Lage wäre dieselbe, wenn die Regierung Verzinsung und Rückzahlung einer öffentlichen Ausgabe von Schuldscheinen garantieren oder eine Subvention im erforderlichen Ausmaß gewähren würde. Der einzige Zweck für den die Regierung berechtigterweise langfristige Kredite für jüdische Landwirtschaft zur Verfügung stellen könnte, sind solche Wirtschaftsverbesserungen, durch die eine Ertragssteigerung bewirkt werden kann. Wo die Erteilung solcher Kredite wünschenswert erscheint, wäre der richtigste Weg, die Mittel einer kommerziellen Bank zu einenu Zinsfuß zur Verfügung zu stellen, der es der betreffenden Institution ermöglicht, die volle Verantwortung für die Erteilung der Kredite zu übernehmen. Die Erwiderung der Jewish Ageney. Unmittelbar nach dem Erscheinen des French-Berichtes wurden der jüdischen Telegraphen-Agentur die Einwände der Jewish Agency zu diesem Bericht zur Veröffentlichung übergeben. In der Antwort der Jewish Agency, einem von Dr. Arlosoroff namens der Agency am 10. März, wenige Wochen vor seiner letzten Europareise, gezeichneten Dokument, wird insbesondere