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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 273

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Jewish Agency. Von Spectator.
Date
1933-07-01
Page
Seite 273 (sequence 6)
Language
German
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Hälfte der Agency ablöste, ganz abgesehen von den politischen und moralischen Belastungen, die hieraas entstehen könnten. Zugleich stehen wir aber vor der Tatsache, daß sich innerhalb der ganzen Judenheit, ob zionistisch oder nicht, ein lebhaftes Palästinainteresse regt, da nichtzionistische Juden durch die Not nach Palästina getrieben werden, und daß die einzigen öffentlichen Geldmittel, die nach dem Einfrieren des Keren Hajesso d, der in laufenden Verpflichtungen festgelegt ist, zur Verfügung stehen, nicht der Diskretion der Jewish Agency unterliegen, sondern von eigenen hierfür eingesetzten Komitees verwaltet werden, so wie es auch schon bei dem 1929 gesammelten Hilfsfonds der Fall war. Es erhebt sich also die Frage, wia es möglich sein wird, diese Aktionen zu koordinieren, die Mittel wirklich in der zweckmäßigsten und ökonomischesten Weise auszunützen und das in der Welt vorhandene Palästinainteresse zu organisieren. Vielleicht sind hierzu ganz neue Formen erforderlich. Wir sind in eine neue Zeit eingetreten» wo die Form des mitteleuropäischen Parlamentarismus, an die sich vor 35 Jahren die damals entstandene Zionistische Organisation angelehnt hat, ziemlich diskreditiert ist. Es scheint uns der Moment zu kommen, wo die Frage der Organisationsform für die Jewish Agency eine Lebensfrage wird. Wenn der Sdhein nicht trügt, dürfte die Jewish Agency auch vor unmittelbaren politischen Aufgaben stejhen, denn die politischen Hauptfragen Palästinas, die mehrere Ja<hre geruht hatten, sind jetzt wieder akut geworden. Durch die Publikation des Berichtes des Lattidentwicklungs-Direktors French hat die englisohe Regierung gezeigt, daß sie nunmehr die brennenden Bodenprobleme in Angriff nehmen will. Es handelt sich daibei nicht nur um die Wiederansiedlung der dislozierten Araber, sondern vor allem um eine Erschwerung künftiger Bodenverkäufe durcth ein Fellachenschutz-Gesetz, das unmittelbar nadh Veröffentliqhung des Frencjh-Berichtes bereits erlassen wurde. Die Jewish Agendy hat, obwohl auch viele Zionisten in dieser Frage anderer Meinung waren, gegen dieses Gesetz einen scharfen Kampf geführt und es unterliegt keinem Zweifel, daß dieses Gesetz eine neue Situation in Palästina schafft, und der jüdischen Expansion Beschränkungen auferlegt. Umso wichtiger ist es, die großen zusammenhängenden Laindkomplexe, zu deren Urbarmachung gewaltige Investitionen erforderlich sind, für die jüdische Aussiedlung zu gewinnen. Immerhin darf nicht überseihen werden, daß auch bei größter Ausnutzung des Bodens die Bodenknapphejit Palästinas sich in der nächsten Zeit fühlbar machen wird. Auch sind die Bedenken Frenchs gegen eine limitierte Ausdehnung der Orangenkultur nicht in den Wind zu schlagen. Es liegt eine besondere Problematik darin, daß diese Schwierigkeiten in einem Moment auftauchen, wo das Bedürfnis nach Raum für das überall in seinen jetzigen Wohnsitzen entwurzelte jüdische Volk so brennend ist, wie noch nie. Umso wichtiger erscheint es, wenigstens die schwersten politischen Hindernisse aus dem Wege zu räumen, und eine Erweiterung des Siedlungsraumes atach jenseits von Westpalästina im Vorderen Orient zu erzielen. Dies kann aber nur im Einvernehmen mit den dortigen arabischen Bewohnern geschehen, die sich immer stärker politisch und national durchbilden, eine nationalistische Jugend haben und seit der Unabhängigkeit des Irak sowie der weitgehenden Selbständigkeit Syriens zu immer bewußteren politischen Aspirationen aufsteigen. Hier liegt nach wie vor der wunde Punkt, dem leider von jüdischer Seite nicht die gebührende Aufmerksamkeit zugewandt

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