Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Die Berufsverhältnisse der Bevölkerung in Palästina nach der Volkszählung
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 248 (sequence 4)
- Language
- German
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Agrarländern und steht ungefähr auf einer Linie mit Griechenland, wo der Prozentsatz der in der Landwirtschaft Tätigen 49,6 o/o beträgt, und in der Nähe von Italien (55,7o/0), Spanien (57,0o/0), Ungarn (53,3o/0), Aegypten (60,30/0), Allerdings muß auch hier in Betracht gezogen werden, daß die oben erwähnte Nichtregistrierung der mithelfenden Familienmitgliäder als Erwerbstätige die Zahl der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen für Palästina stark herabdrückt. Wenn man nicht nur die Erwerbstätigen, sondern Erwerbstätige und Angehörige zusammennimmt, so beträgt der Prozentsatz der von der Landwirtschaft Lebenden nicht 47,9o/o, sondern 53,7 0/0. — In bezug auf Industrie (unid Bergbau) kommen Palästina mit 16,7 0/0 industriell Erwerbstätigen, Irland mit 15,3 0/0, Griechenland mit 16,3 0/0 und Ungarn mit 18,5 0/0 am nächsten. In Litauen ist der Prozentsatz nur 6,10/0, in Bulgarien 9,1 o/0, in Aegypten 9,3 o/0, während er in Deutschland 41,4 0/0, in Belgien 46,8 0/0 und in Großbritannien 50,10/0 beträgt. Daß zu der erwähnten Tendenz zur Industrialisierung Palästinas die jüdische Bevölkerung in erheblichem Maße beiträgt, geht daraus hervor, daß, wenn man nicht die gesamte, sondern nur die nichtjüdische Bevölkerung betrachtet, der Prozentsatz der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen von 47,90/0 auf 57,10/0 und der Prozentsatz aller von der Landwirtschaft lebenden Erwerbstätigen und Angehörigen von 53,7 0/0 auf 62,0 0/0 steigt, dagegen der Prozentsatz der in der Industrie (und Bergbau) Erwerbstätigen von 16,7 0/0 auf 12,7 0/0 sinkt. Wenn man die Berufsgliederung der Juden in Palästina mit ihrer Berufsgliederung in anderen Ländern vergleicht, so ergibt sich nach Tabelle II, daßi ihr Prozentsatz von 18,5 0/0 in der Landwirtschaft nur in einem einzigen Lande, nämlich in Karpathorußland, übertroffen wird, wo er 26,9 0/0 beträgt. Allerdings hat die jüdische Landwirtschaft in Karpathorußland einen ganz anderen Charakter als die landwirtschaftliche Betätigung der Juden in Palästina. In Karpathorußland beschäftigen sich die Juden mit Landwirtschaft hauptsächlich! zur Deckung ihres eigenen Konsums an Kartoffeln und Milchprodukten und sind daneben meistens noch in einem anderen Berufe tätig, aus dem sie ihre Bareinnahmen beziehen. In Palästina dagegen bildet die Landwirtschaft bei den Juden, die sich mit ihr beschäftigen, weitaus in den meisten Fällen die einzige Erwerbsquelle. Nur 360 Juden (und 4181 Nichtjuden) hatten außer ihrer landwirtschaftlichen Beschäftigung noch einen anderen Beruf. Ein weiteres Charakteristikum der Berufsgliederung in anderen Ländern ist der sehr geringe Anteil am Handel. Während in den meisten übrigen Ländern der Prozentsatz der erwerbstätigen Juden, die sich vom Handel ernähren, von 30—50 0/0 schwankt (nur in Sowjetrußland sinkt er auf 27,3 0/0 und in Karpathorußland auf 26,40/0), leben in Palästina nur 13,2 0/0 aller erwerbstätigen Juden vom Handel. Das hängt einmal damit zusammen, daß ein relativ großer Teil der Juden sich der Landwirtschaft zugewendet hat. Zweitens aber (und das ist die Hauptsache), ist es dadurch verursacht, daß die jüdischen Kaufleute in Palästina ganz überwiegend nur die jüdische Bevölkerung bedienen, während die nichtjüdischle Be-* völkerung im Einkauf und Verkauf zum allergrößten Teil nur mit arabischen GKaufleuten in Verbindung steht; in den europäischen Ländern dagegen treiben die jüdischen Händler allgemein auch Handel mit nichtjüdischen Kunden. Deshalb kann sich dort ein relativ viel höherer Prozentsatz der Juden vom Handel ernähren. — — Interessant ist, daß im Verkehr und Transport 4.9 o/0 aller Juden in Palästina erwerbstätig sind. Das ist mehr als in irgend einem anderen Lande. Das hängt damit zusammen, daß das Automobil — im Wettbewerb mit