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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 247

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Die Berufsverhältnisse der Bevölkerung in Palästina nach der Volkszählung
Date
1933-07-01
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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Bevölkerung in Palästina die Familienangehörigen fast ohne Ausnahme kein besonderes Entgelt, sondern nur ihren Lebensunterhalt in der Familie bekommen, so fallen fast alle mithelfenden Familienmitglieder unter die Rubrik Angehörige. Bei den Juden ist der Prozentsatz der Erwerbstätigen höher, nämlich 38,2o/o. Der größere Prozentsatz ist dadurch verursacht, daß sie in höherem Maße als die Nichtjuden in nichtlandwktschaftlicjhen Berufen tätig sind, in welchen die Familienangehörigen nur selten dem Familienoberhaupt helfen, sondern in anderen Betrieben gegen Entgelt tätig sind und deshalb als Erwerbstätige gezählt werden. Von der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung sind 47,9 o/o in der Landwirtschaft, 15,8 o/0 in Industrie und Handwerk, 9,4 o/o im Handel, 5,7 o/0 im Transport, 4,7o/o in öffentlichem Dienst und freien Berufen und 16,5 0/0 in allen anderen Wirtschaftszweigen tätig. Hier weist die Landwirtschaft bei weitem die stärkste Besetzung auf. Bei den erwerbstätigen Juden stehen dagegen an der Spitze Industrie und Handwerk mit 28,8 0/0 aller Erwerbstätigen, dann folgt die Landwirtschaft mit 18,5 0/0, der Handel mit 13,3, öffentlicher Dienst und freie Berufe mit 11,2 und Transport mit 4,9 o/0, während auf alle anderen Berufe 23,3 Prozent; entfallen. Der Hauptunterschied besteht demnach darin, daß die Juden die Industrie und die freien Berufe etwa doppelt so stark besetzt haben, wie die Nichtjuden, daß sie dagegen in der Landwirtschaft erheblich schwächer vertreten sind. Der Unterschied in der Besetzung der einzelnen Berufsarten durch Juden wird aus der vorletzten Rubrik der Tabelle I besonders klar. Sie gibt den Prozentsatz der jüdischen Erwerbstätigen unter allen Erwerbstätigen (Juden und Nichtjuden jedes Wirtschaftszweiges) an. Die Juden, die unter allen Erwerbstätigen (Juden und Nichtjuden) 23,7 0/0 ausmachen, sind unter den Erwerbstätigen in den freien Berufen mit dem außerordentlich hohen Prozentsatz von 56,2 0/0 vertreten, in Industrie und Handwerk mit 43,4 0/0, unter den Personen, die von ihrem Einkommen (von Renten, Pensionen, Unterstützungen) leben, mit 42,8 0/0, im Handel mit 33,5 0/0 und unter den häuslichen Dienstboten mit 33,5o/o. Alle diese Wirtschaftsabteilungen zeigen also eine viel stärkere Besetzung durch Juden, als ihren Anteil unter der Gesamtbevölkerung (18,0) oder unter den Erwerbstätigen (23,7) entspricht. Im Transport, in der öffentlichen Verwaltung und in der Gewinnung von Mineralien (Salz, Steine), kommt der Prozentsatz der Juden ungefähr ihrem Prozentsatz unter allen Erwerbstätigen gleich. Dagegen sind sie viel schwächer vertreten in der Landwirtschaft, wo ihr Prozentsatz unter allen Erwerbstätigen nur 9,10/0 beträgt, und in Heer und Polizei, in welchen ihr Prozentsatz nur 8,4 0/0 ausmacht. Vergleicht man die berufliche Gliederung der Gesamtbevölkerung Palästinas mit anderen Ländern, so sehen wir, daß Palästina die wirtschaftliche Struktur eines Landes aufweist, in dem die Landwirtschaft zwar noch die Hauptexistenzquelle der Bevölkerung bildet, in dem jedoch bereits eine deutliche Tendenz zur Industrialisierung bemerkbar ist. In einem ausgesprochenen Industrielande wie Großbritannien sind nur 7,8 0/0 aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, in Belgien 19,3 0/0, in Deutschland 30,5 o/0. In typischen Agrarländern wie Bulgarien steigt der Prozentsatz der in der Landwirtschaft Tätigen bis zu 80,8o/o, in der Türkei sogar auf 81,6o/0. Palästina mit 47,9o/0 landwirtschaftlich Tätigen rangiert also etwa in der Mitte zwischen den industriellen und den

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