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Palästina · 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 237

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1933)
Article
Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina
Date
1933-07-01
Page
Seite 237 (sequence 1)
Language
German
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Metallwirtschaftliche Möglichkeiten 237 in Palästina. Von Dr. Alfred Marcus, Haifa. Es besteht wohl Einigkeit darüber, daß Palästina nicht die Möglichkeit zur Schaffung einer metallwirtschalftlichen Urproduktion in sich birgt, einer Produktion also, die von im Lande anstehenden und geförderten Erzen ausgeht, auf dieser Basis eine Hüttenindustrie entwickelt und deren metallische Produkte weiter verarbeitet. Zwar fehlt es nicht an mitunter auftauchenden phantastischen Behauptungen, es gäbe doch nennenswerte Erzvorkommen im Lande — mir ist kürzlich beispielsweise von einem Rutengänger ein langes Expose geschickt worden, in welchem er aufzählt, wo sich überall Erzspuren auf dem palästinensischen Territorium fänden — aber jeder Mensch, der einmal praktisch mit diesen Dingen zu tun gehabt hat, weiß natürlich, daß zwischen dem Anstehen eines Erzkörpers und seiner Abbauwürdigkeit ein außer" ordentlich weiter Weg liegt; um wieviel mehr ist dies der Fall zwischen der Feststellung gelegentlicher Erzausbisse am Tage, wie sie der Rutengänger, aber auch der „gewöhnliche" Fachmann mit geschultem Auge schließlich fast an jeder Stelle der Erdoberfläche finden kann, und dem Aufbau einer Hüttenindustrie auf eigener Erzbasis. Eine gewisse Ausnahme in größerem Umkreis des palästinensischen Territoriums bilden die Manganerzvorkommen auf dem Sinai, die längst im Abbau befindlich sind, und schließlich die Kupfererzvorkommen im Süden bei Akaba, bei denen es sich aber vorläufig auch nur um ganz vage Schätzungen des Umfanges und Gehaltes handelt, keineswegs um „visible ores", nicht einmal um „probable ores". (Die abbauwürdigen Schwefelerzvorkommen von Gaza bleiben hier außer Betracht, da sie ja nicht die Grundlage von metallischen Produktionen bilden können, sondern allenfalls von chemischen, worüber vielleicht später einmal noch zu sprechen sein wird.) Jedenfalls müssen wir uns mit der Tatsache abfinden, daß Palästina eine metallwirtschaftliche Urproduktion nach menschlicher Voraussicht niemals wird entwickeln können. Das ist weder in technischer, noch in wirtschaftlicher Beziehung ein Unglück. Es gibt viel größere Länder, mit einem weit höheren wirtschaftlichen und industriellen Standard, die auch keine, oder doch keine ausreichende eigene Erzbasis haben und dennoch ihre Metallwirtschaft zu höchster Blüte zu brißjgen vermochten. Man denke hier besonders an Deutschland, das beispielsweise der zweitjgrößte Kupferverbraucher der Welt ist, (es hat in dem Rekordjahr 1927 263.000 Tonnen Kupfer verbraucht) und dennoch' nur etwa 9o/0 seines Bedarfes aus eigenen Erzen — Mansfeld — zu decken in der Lage ist. England hat überhaupt keine Kupfererze und hat bis vor kurzer Zeit nicht einmal nennenswerte Kupferhütten, es hat trotzdem eine sehr bedeutsame kupferverarbeitende Industrie entwickelt, die ja bekanntlich seit einigem Jahren zum größten Teil durch die I. C. I. kontrolliert wird. Man denke fernerhin daran, daß Deutschland mit dem Versailler Vertrage seine wichtigste Eisenerzbasis — die Lothringische Minette — verloren hat und seitdem seine gewaltige Eisen- und Stahlindustrie fast ganz auf die Verarbeitung von! schwedischen Erzen, aber auch von spanischen, nordafrikanischen usw. umgestellt hat. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben als größter Zinnverbraucher der Welt weder Zinnerze in ihrem Territorium, noch auch eine

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