Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1933)
- Article
- Die Mineralquellen Palästinas
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 222 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2379786-2379908-2379913-2398391--15745-2398682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
222 ^ire Be^iennung> wenn sie nicht nur rein geographisch den Namen eines benachbarten Ortes reproduziert, das Wort „hammi" oder „hammat" oder eine ähnliche Form des arabischen Wortes für „warm". Damit ist schon angedeutet, daß eine große Zahl dieser Quellen in mehr oder minder hoher Temperatur zutage tritt. Eine weitere, vielen von ihnen gemeinsame Eigenschaft, der Geruch nach Schwefelwasserstoff, drückt sich in wenig schönen Namen, wie Ain Feschcha (Hurenquelle) oder Ainel-Miroha (Stinkquelle), aus. Aber diese beiden auffallenden Eigenschaften sind auch alles, was die Bevölkerung selbst von den Quellen zur Kenntnis genommen hat. Das schließt nicht aus, daß eine ganze Anzahl von ihnen auf Grund einer vermutlich oft uralten Tradition zu Heilzwecken in Form von Bädern angewandt werden. Aber dazu dienen die natürlichen Tümpel oder kleinen Seen, welche die Quellen an ihrem Ursprungsort bilden; von einer rationellen Quellfassung ist in ganz Palästina noch nirgends die Rede. Auch die bestehenden, zum Teil recht alten Badehäuser, z. B. in Tiberias, nehmen die Quellen so, wie sie ganz primitiv und ohne jeden Schutz gegen Verunreinigung und die bekannten sonstigen Gefahren ungefaßter Quellen zutage treten. Geologisch stellt Palästina bekanntlich den Schauplatz eines gewaltigen Grabenbruchs dar, der, in nordsüdlicher Richtung verlaufend, etwa am Ende des Pliozäns oder am Beginn des Diluviums erfolgt ist und zur Bildung des heutigen Jordantales und des Toten Meeres geführt hat. Wie schon im Altertum, so treten auch heute noch vereinzelte Erdbeben tektonischer Natur im Lande auf. Auch die große Mehrzahl der Mineralquellen entspringt nahe der alten Bruchlinie, östlich und westlich in geringer Entfernung vom Jordan und gehäuft rings um das Tote Meer. Dieses selbst verdankt seinen ungeheuren Gehalt an Salzen der verschiedensten Art dem ständigen Zustrom der zum Teil hochkonzentrierten Mineralquellen. Diese Quellen wieder bekommen ihre Salze aus den Kalken, Dolomiten, Mergeln und Gipsen, die das meist basaltische Urgestein überlagern. Sie enthalten deshalb an Kationen besonders Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium, an Anionen Chlor, Brom und Hydrokarbonat, aber auch Sulfat. Zuverlässige Analysen, die modernen Ansprüchen einigermaßen genügen, liegen einstweilen nur von wenigen Quellen vor. So hat Fried mann1) die Thermen von Tiberias und von El-Hammi sehr eingehend untersucht. Weniger erschöpfende, aber für die erste Orientierung doch sehr wichtige Analysen einer weiteren Anzahl