Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Die Aussichten der Textilindustrie
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 171 (sequence 7)
- Language
- German
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Steigerung der Produktion, 1 71 1924 1925 1926 1927 1928 1929 ■■■ A Jän.-Dez. Jän.-Dez. Jän.-Dez. Jän.-Dez, Jän.-Dez. Jän. Produktion per Monat in Dutzenden 95 110—320 360—640 640—690 780—850 910 Zahl der Arbeiter 56 62—83 90—150 118—127 142—142 142 Produktionseinheit per Monat, per Arbeiter 16 17'5—35 47—55 55—55 55—60 65 Diese Tabelle, die sich, auf ein bestimmtes Unternehmen bezieht, legt ein beredtes Zeugnis für die Richtigkeit unserer Behauptung auf. ' Rohmaterial. Im allgemeinen wird der Wert des lokalen Rohmaterials für die Entwicklung der Textilindustrie überschätzt. Von den 163,723.000 Spindeln, die im Jahre 1926 Baumwolle in der ganzen Welt verarbeiteten, befanden sich 102,928.000 in Europa und benutzten Baumwolle, die von anderen Weltteilen importiert wird. (Außer Rußland, dessen Baumwolle jedoch vom asiatischen Rußland gebracht wird.) Von den 17,519.000 Spindeln im Fernen Osten befanden sich 5,573.000 in Japan, wo amerikanische und indische Baumwolle verarbeitet wird. Demnach wird in der großen Mehrheit der Textilfabriken der Welt vom Auslande importierte Baumwolle verarbeitet. Trotz des Mangels an Rohmaterial im Lande selbst, wurde die Produktion japanischer Betriebe von 276.000 metrischen Tonnen des Rohmaterials und 417 Millionen Yard Geweben im Jahre 1913 auf 381.000 metrische Tonnen Rohmaterials und 1031 Millionen Yard von Geweben im Jahre 1924 gesteigert. Diese Steigerung stellt sich auf 138 und 247, wenn man die Produktionshöhe im Jahre 1913 als 100 bezeichnet. Im übrigen sind die Baumwolle produzierenden Länder Syrien, Aegypten und Indien nahe von Palästina gelegen. Auch Schafwolle ist im Lande und den Nachbarländern vorhanden. Für Kamelwolle ist der vordere Orient der Hauptlieferant; sie wird dort aufgekauft und in Mitteleuropa verarbeitet. Folgerungen. Die Textilindustrie in Palästina ist erst in ihren ersten Anfängen und sozusagen im Versuchsstadium begriffen. Es läßt sich nicht voraussehen, ob sie weitere Fortschritte machen wird und eine beträchtliche Erweiterung ist auch ohne die Errichtung einer Spinnerei ujnd Anstalten der Appretur und aller sonstigen „Ausrüstungs"fabrikationen im Lande kaum möglich. Die Tendenzen der Textilindustrie in der Welt scheinen auf Dezentralisation gerichtet zu sein. Diese neuen Bedingungen haben die Bedeutung eines: an Ort und Stelle befindlichen Rohmaterials herabgesetzt und bei der Steigerung des konstanten Anlagekapitals gegenüber dem variablen Teil des Kapitals kommt auch der Höhe des Arbeitslohnes keine entscheidende Bedeutung zu. Demgegenüber ist die Frage der Märkte von ausschlaggebendem Einfluß. In diesem Zusammenhang hat die Zollfrage unter den Bedingungen des bis auf die Spitze getriebenen wirtschaftlichen Nationalismus einen großen Einfluß' auf die Entwicklung der Textilindustrie. Die weitere Entwicklung einer Textilindustrie würde sich für die Handelsbilanz Palästinas sehr günstig auswirken und könnte, wenn sie erfolgreich