Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1933)
- Article
- Ansiedlungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 160 (sequence 5)
- Language
- German
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160 Zahl der Kisten Für den kapitalistischen Siedler, der Lohnarbeiter beschäftigt Pfd. Für den selbstarbeitenden Mittelstandssiedler und Arbeitersiedler Pfd. im 6. Jahre n. d. Anpflanzung im 7. Jahre n. d. Anpflanzung im 8. Jahre n. d. Anpflanzung im 9. Jahre h. d. Anpflanzung vom 10. Jahre ab 50 65 80 100 120 IV4 Verlust l1/^ Gewinn 4 Gewinn Gewinn 11 Gewinn 15 Gewinn 111/2 Gewinn 5x/4 Gewinn 23/4 Gewinn 8 Gewinn Bei dieser Berechnung ist vorausgesetzt, daß der Mittelständler oder der aus dem Landarbeiterstande hervorgegangene Siedler die Handarbeit in der Pflanzung, die der kapitalistische Pflanzer durch Lohnarbeiter ausführen läßt, selbst verrichtet und dadurch die vier Pfund, welche diese Arbeit kostet, erspart Der kapitalistische Siedler, der seine Pflanzung weder selbst verwaltet noch bearbeitet, muß zu den oben mit 40 Pfund pro Dunam angegebenen Anlagekosten der Pflanzung noch ungefähr 10 Pfunkl für Administrationsspesen hinzurechnen, ferner 30 Pfund als 7 0/0 ige kumulative Verzinsung des investierten Kapitals für die ersten sieben Jahre (dabei ist damit gerechnet, daß im 6. und 7. Jahre die Erträge der Pflanzung die Ausgaben der Bearbeitung und Verwaltung decken und im 8. und 9. Jahre außerdem 6—7 0/0 Zinsen geben). Ein Dunam Orangen kostet ihn also bis zur vollen Fruchttragung im 10. Jahre 95 Pfund. Von dem Reinertrag© von 11 Pfund pro Dunam, den die Pflanzung vom 10. Jahre ab gibt, sind schätzungsweise 21/2 Pfund für Administrationsspesen und Steuern abzuziehen. Es verbleiben hiernach pro Dunam 8,500 Pfund, was auf das investierte Kapital eine Verzinsung von ca. 9 0/0 ergibt. Diese Verzinsung ist zwar, verglichen mit den Zinssätzen in anderen Ländern, relativ hoch, unter den in Palästina zurzeit üblichen Zinsraten liegt sie aber schon nahe an. der Grenze, wo die Orangenpflanzung für das Privatkapital noch attraktiv ist. Bei einem niedrigeren Preis pro Kiste würde die Orange ihre Anziehung sehr rasch verlieren, da sich bei einem Preise von drei Schilling das investierte Kapital nur mit 5,8o/o und bei einem Preise von 21/2 Schilling nur noch mit 2,6 0/0 verzinsen würde. Es bleibt unter diesen Umständen fraglich, ob es sich für Kapitalisten überhaupt empfiehlt, die von ihnen angelegten Pflanzungen nach der Fruchttragung unter eigenem Administrationssystem zu exploitieren, und ob es nichtfür sie besser ist, die Pflanzung nach erreichter Fruchttragung in kleinen Parzellen zu verkaufen. Für den Käufer einer kleinen Parzelle, der seine Pflanzung selbst bearbeitet, stellt sich die Rentabilität durch Wegfall der Administrationsspesen und des Arbeitslohnes für die Handarbeit in der Pflanzung reichlich besser. Für den Großbetrieb, bei welchem Kapitalisten oder kapitalistische Gesellschaften ihr Kapital in die Pflanzung investieren, aber alle Verwaltung und Arbeit durch Beamte oder Lohnarbeiter verrichten lassen, läßt sich eine reine Rentabilitätsrechnung wie vorstehend aufstellen. Bei dem Kleinbetrieb liegt die Sache insofern anders, als hier der Besitzer der Pflanzung in dieselbe nicht nur Geld hineinsteckt, sondern sie auch selbst verwaltet oder sogar auch selbst bearbeitet. Diese Kleinbetriebe lassen sich je nach dem Maße in welchem der Besitzer eigene Arbeit in die Pflanzung hineinsteckt, in drei III. Wirtschaftsform und Ansiedlungskosten.