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Palästina · 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 157

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1933)
Article
Ansiedlungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft
Date
1933-05-01
Page
Seite 157 (sequence 2)
Language
German
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stark besetzt sind und Neuankömmlinge gegenüber den schon im Lande befindlichen, orts- und sprachenkundigen Hanjdelstätigen einen schwefcen Stand haben. Handwerker, die in ihrem Fache tüchtig sind und mindestens 250 Pfund besitzen, finden in vielen Fällen noch edn Unterkommen. Ungelernte Arbeiter ohne; Kapital werden nur im Rahmen der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit Palästinas auf Grund von Zertifikaten zur Einwanderung zugelassen. Kapitalisten, die ihr Geld in Palästina in sicheren Hypotheken langfristig anlegen wollen, können auf eine Verzinsung von 7—.80/0 rechnen. Die Kosten des Lebensunterhalts einschließlich Wohnung, Kleidung, Steuern usw. betragen in einer Stadt im Durchschnitt für Familien von drei bis vier Seelen bei Arbeitern 10 Pfund monatlich, bei Familien von Handwerkern, kleinen Kaufleuten, Büroangestellten 15—20 Pfund, bei leitenden Angestellten, Aerzten, Rechtsanwälten 25—50 Pfund. In den landwirtschaftlichen Siedlungen sind die Kosten etwa 25 o/o niedriger. E3n wichtiges Resultat unserer landwirtschaftlichen Kolonisation seit dem Weltkriege sind die Erfahrungen, die wir aus ihr gewonnen haben. Ohne auf die gewonnenen Erfahrungen in allen Einzelheiten einzugehen, sollen hier nur zwei Hauptmomente hervorgehoben werden: 1. Wir haben für die schweren und die leichten Böden in den Ebenen Palästinas Wirtschaftsformen gefunden, die der Eigenart des jüdischen Siedlers, den klimatischen Verhältnissen und den Erfordernissen des Marktes angepaßt und nach menschlicher Voraussicht imstande sind, dem Siedler dauernd eine angemessene Existenz zu gewähren. 2. Wir können heute die Ansiedlung mit viel geringeren Kosten durchführen, als vor zehn oder sogar fünf Jahren. Das hängt mit dem allgemeinen Rückgang aller Preise, aber auch damit zusammen, daß wir heute eine Wirtschaft viel rationeller aufzubauen wissen und daß die inzwischen gegründeten Siedlungen Stützpunkte sind, von denen die neuen Siedlungen Nutzen ziehen können. Wenn wir uns fragen, welches in der Zukunft die Linie unserer Kolonisationstätigkeit sein soll, so zieht zurzeit unter den für jüdische Ansiedlung geeigneten Gebieten die K ü s t e n e b e n e, das heißt das Gebiet der Orange, in erster Reihe die Aufmerksamkeit auf sich. Außer ihr kommen die Akko- Ebene, der Emek Jesreel und die nördliche und mittlere Jordan-Ebene (Semach, Hule, Beisan) in Betracht, wo sidh, besonders durch Vergrößerung und Intensivierung der bereits bestehenden Siedlungen oder im Anschluß an dieselben für eine beträchtliche Zahl neuer Siedlungen Platz schaffen läßt. Im vorliegenden Artikel soll zunädhst die Kolonisation in der Küsten-Ebene behandelt werden. I. Vorzüge und Gefahren der Orangen-Kultur, Der Boden der Küsten-Ebene ist zu einem großen Teile leichter Sandboden, der für Getreide nidht geeignet ist, aber für die Pflanzung von Orangen ausgezeichnet paßt. Jede Kolonisation in der Küsten-Ebene muß deshalb wenigstens zu einem Teile die Pflanzung von Orangen in Betracht nehmen. Hier erfhebt sich die Frage, ob eine Ansiedlung auf Grundlage der Orangenkultur nicht ein zu großes Risiko in sich schließt, weil es für die sich gewaltig ausdehnende Orangenproduktion Palästinas in der Zukunft an Absatz fehlen

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