Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Wirtschaft. Von Spectator, Jerusalem.
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 113 (sequence 5)
- Language
- German
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folgreicher Einordnung einer problemreichen Immigration gerühmt werden. Aber diese Widerstandsfähigkeit beruht nicht zuletzt darauf, daß die internationale Abhängigkeit und Verflechtung dieses Landes in der Weltwirtschaft bisher noch nicht voll entwickelt war, daß, wie früher schon einmal an dieser Stelle betont wurde, die Kapitalinvestierungen als Dauerinvestierungen als einwanderndes Kapital und nicht als kündbare Rnedite betrachtet und genutzt werden konnten. Je mehr sich Palästina entwickelt, je stärker es seine wirtschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarländern und der übrigen Welt ausbaut — und nur auf diese Weise ist ja die wirtschaftliche Verwurzelung einer steigenden Anzahl von Einwanderern möglich — um so näher gerät auch die Wirtschaft Palästinas an die Gefahrenherde der übrigen, an den Weltmarkt gebundenen Länder. Ihnen rechtzeitig zu begegnen, wird gerade für die komt1 mende Zeit eine der wichtigsten Aufgaben der palästinensischen Wirtschaftsführer sein. Der Oberkommissär über die Forderungen der Araber. Hierüber liegt folgende offizielle Mitteilung vor: Der High Commissionar empfing am Vormittag des 24. Februar eine Abordnung der arabischen Exekutive (folgen die Namen der Erschienenen). Auni Bey Abdul Hadi sprach über die Fragen des Verkaufes arabischen Bodens an Juden und der Einwanderung von Juden. In seiner Erwiderung erklärte der High Commissi oner: „Ich hoffe, die letzten zwölf Monate haben gezeigt, daß ich zu jenen gehöre, die eine freie und offene Sprache lieben. Man kann über die Methoden in der Behandlung dieser oder jener Frage verschiedener Meinung sein, Sie werden aber, denke ich, anerkennen, daß das Ziel, au(f das ich hinarbeite, das Wohl des gesamten Palästinas ist. Indem ich aber für dieses allgemeine Wohl arbeiten will, ist es meine Pflicht, die Bestimmungen des Mandates durchzuführen. Diesen Grundsätzen gemäß fühle ich mich nicht berechtigt, den Verkauf von Boden allgemein zu verbieten. Jeder Bodenbesitzer würde es als nicht fair empfinden, wenn die Regierung sich einmischen und ihm sagen würde, er begehe eine Ungesetzlichkeit, wenn er sein eigenes Besitztum veräußert. Andererseits hege ich — wie Sie wohl wissen werden — große Sympathie für die Fellachenpächter, die ihre Besitzer nicht daran hindern können, die Pachtböden zu verkaufen. Ich bin mir klar darüber, daß manchmal durch solche Verkäufe die Pächter die Mittel zu ihrem Lebensunterhalt verlieren. Die Lage dieser Pächter und die Auswirkung der geltenden Protection of Cultivators Ordinance verdienen ernste Erwägung seitens der Regierung. Nun zur Frage der Einwanderung: Für die Regierung gilt nach dieser Richtung als leitendes Prinzip die Aufnahmefähigkeit des Landes. Ich halte dies für ein faires Prinzip. In Zeiten, in denen eine starke Nachfrage nach Arbeiterhänden besteht, können mehr Einwanderer in das Land gelassen Nachrichten Abgeschlossen am 20. März 1933 POLITIK.