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Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Transjordanien
Date
1933-03-01
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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willigung kommen. Veranschlagt sind ferner für Polizei und Gefängnis 111.000 pal. Pfund, Grenzmacht 30.909. Die produktiven Ausgaben steigen langsam. Für Erziehung wurden 1931/32: 21.000 pal. Pfund ausgesetzt. Die Regierung erhält 50 Knaben- und 10 Mädchenschulen, eine Handwerksschule, in die 4.558 Knaben und 953 Mädchen geschickt werden. Außerdem gehen 2,526 Knaben und 744 Mädchen in Gemeinde- und moslemische Schulen. Gesundheitswesen: 11.530 pal. Pfund, d. h. zirka 37 mil per Kopf, gegenüber 153 in Palästina. Die Kindersterblichkeit ist sehr hoch, 20 Prozent! Die sanitären Verhältnisse sind sehr primitiv. Es gibt ein einziges Regierungsspital in Amman mit 20 Betten. Die Ausgaben für öffentliche Arbeiten werden auf 18.000 Pfund geschätzt. Das Amt dafür verwaltete 391 Kilometer Straßen, weitere 525 Kilometer müssen nach dem Regen ausgebessert werden und 1931 wurden 69 Kilometer neu, gebaut. Das Land wird durch einen gesetzgebenden Rat, der im April 1929 das erste Mal tagte, regiert. Eine Agitation gegen die Eintragung der Wähler war entfacht worden mit dem Bemerken, daß diese nur zu Konskriptionszwecken erfolgen solle. Der Bericht für 1929 bemerkt über die Session des Rates von 1929: „Viel Zeit wurde durch den Rat verschwendet und wenig geleistet." 1931 wurde der Rat aufgelöst, weil er sich weigerte, das Budget zu verabschieden. Außer der Zuweisung der 67.000 Dunam Bodens an den Emir hatte er wenig Arbeit geleistet. Das Volk stimmte der Auflösung bei, die abgesetzten Beamten machten Schwierigkeiten. In der Frage der Bodenverpachtung an Juden sollte er wieder einberufen werden, aber es kam nicht dazu. Aaron Aaronsohn zum Gedächtnis. Die Familie des im Jahre 1931 bei einem Flugzeugunglück im Aermelkanal ums Leben gekommenen Aaron Aaronsohn hat beschlossen, ihm zum Gedächtnis seine Arbeiten zu sammeln und unter dem Titel „Reliquiae Aaronsohnianae" neu herauszugeben. Es ist sehr begrüßenswert, daß Name und Tat Aaronsohns, die schon in Vergessenheit geraten zu scheinen, dieser entrissen werden. Aaronsohn war ein Pionier des Aufbauwerkes von besonderer Art und hoher Bedeutung. Er wurde 1876 geboren und kam als Kind von 6 Jahren, 1882, mit seinen Eltern, die sich als Kolonisten in Sichron Jacob niederließen, nach Palästina und studierte später Agronomie in Grignon. Außerordentlich begabt, die wichtigsten europäischen Sprachen, sowie Hebräisch, Türkisch und Arabisch beherrschend, mit den Landessitten vertraut, von sehr kräftiger Konstitution, war er zum Forscher in den entlegensten und wüstesten Gebieten der damaligen Türkei prädestiniert. Zweimal begleitete er Prof. Blanckenhorn auf seinen wissenschaftlichen Expeditionen in Palästina und Transjordanlen, unternahm dann eigene Forschungsreisen, die ihn bis nach Medina führten. Er hatte das Glück, eine sehr große Entdeckung zu machen. Er fand in Palästina die Urform des Weizens. Diese Entdeckung erregte in wissenschaftlichen Kreisen ein ungeheures Aufsehen, es wurden überall Kreuzungsversuche angestellt. Er schlug viele Anbote, die ihm von Universitäten gemacht wurden aus, um in Palästina bleiben zu können. 1910 gelang es ihm, amerikanische Juden zur

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