Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Transjordanien
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Amman 1× ep/1044017
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von ihren Herden von Kamelen, Schafen, Ziegen, zur Nahrungssuche wandern sie oft hunderte von Meilen zwischen der Wüste Östlich der Hedjazbahn und den Rändern des kultivierten Landes." Die einzige Stadt, die diesen Namen verdient, ist Amman, die Hauptstadt, an der Kreuzung der Wege nach Jerusalem und Hedjaz, mit zirka 20.000 Bewohnern. Im Jahre 1925 ist das Dorf von Akaba für Transjordanien annektiert worden, das damit einen Hafen am Roten Meer gewann. Egyptische Dampfer haben schon nach Akaba Waren gebracht, aber der Weg nach Maan ist nicht gut, was die Entwicklung des Handels behindert. Eine Industrie ist so gut wie nicht vorhanden. Zwei Tabakfabriken und zwei Arakdestillerien in Amman sind alles, was existiert. Transjordanien besitzt einige wertvolle Miner als ohätze: Lager von Felsphosphaten, bituminäsen Kalken, Eisenerz — das schon in den Zeiten der Kreuzfahrer verarbeitet wurde — und einige Kupferminen sind vorhanden, abgesehen von den wertvollen heißen Mineralquellen im Norden. All dies ist heute unausgebeutet, ebenso wie der Fischreichtum im Golf von Akaba. Dieser 150 Kilometer lange Golf ist ein idealer Fischgrund. Die Ausbeute wird verhindert durch den schlechten Zustand der Zufahrtsstraßen. So ist der Ackerbau, fast der einzige Beschäftigungszweig der Einwohner. Der Bericht der Regierung für 1927 gibt folgende Ernteziffern für die wichtigsten Kulturen (in Tonnen): Weizen 35.000, Gerste 12.000, Linsen 3.200, Erbsen 1.000, Trauben 100, Mais 220, Sesam 20. Im Jahre 1929 nahm die Regierung für drei Jahre vom Zehent aus: Flachs, Baumwolle, Erdnüsse und Kartoffel, um den Anbau dieser Gewächse zu ermutigen. Im Jahre 1931 wurden auch 26 Tonnen Tabak geerntet, der im Lande verbraucht wurde. Der Ackerbau zeigt keinen Fortschritt. Erst in letzter Zeit sind von der Regierung hydrologische Untersuchungen im Lande gemacjit worden, um die Möglichkeit bewässerter Kulturen auf den Hochebenen zu studieren. Diese könnten auf die zukünftigen landwirtschaftlichen Aussichten umwälzend wirken. Jahr für Jahr wird der Bauer von Katastrophen heimgesucht und infolge seiner Primitivität ist er gegen Unbilden der Natur empfindlicher als sein mehr fortgeschrittener Bruder in Palästina. Der abnormale Regenmangel 1925 verursachte eine schwere Mißernte. 1926 gab es wieder Regenmangel und versengende Ostwinde, ferner auch noch Viehkrankheiten, 1927 gab es die Heuschreckeninvasion, 1928 hat der allzu spärliche Regen die Ernte geschädigt, 1929 neue Heuschreckeninvasion, 1930 kam die Feldmausplage dazu, 1931 blieben die Spätregen aus, außerdem brach plötzlich ein Heuschreck enschwarm ein, der innerhalb von 36 Stunden das südliche Grasland und die Ernten von Maan und Kerak vernichtete. Der Bericht sagt: „Diese Plagen, ferner die niedrigen Getreidepreise und die allgemeine Geldnot hatten viel Unglück zur Folge. Es wurde ein Hilfswerk organisiert, 12.178 pal. Pfund Steuern erlassen und 10.000 pal. Pfund Agrardarlehen gewährt." Transjordanien war einst als Handelsdurchgangsland berühmt und die moderne Entwicklung gäbe Gelegenheit, diesen Ruf zu erneuern. Die neuen englischen Land- und Luftwege nach Indien kreuzen Trans Jordanien und die Oellinie von MossüJ, sowie die projektierte Bahn Haifa—Bagdad desgleichen. Damit diese Linien ausschließlich durch britisches Gebiet ziehen, wurde ein zirka 100 Kilometer breiter Korridor geschaffen, der Transjordanien mit Irak verbindet und die britische Reichslinie nach Indien sichert. Schon jetzt gibt