Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 103

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Die Mineralindustrie von Palästina und Transjordanien
Date
1933-03-01
Page
Seite 103 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2379786-2379908-2379911-2397382--15063-2397699
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

die Kreuzfahrerzeit zurück und die Mengen von Schlacke, aus der z. B. die alten Straßen vom Dorfe Adschlun aus, gemacht wurden, zeigen, daß hämmerbares Eisen in großen Quanten verfertigt wurden. Ich habe keine Kenntnis davon, ob auch in früheren Zeiten hier Eisen erzeugt wurde. Das Erz kommt teilweise eingebettet in großen Paketen an Stelle des Kalksteins des Unteren Cenomans vor. Das Eisen wurde vielleicht aus dem darunter befindlichen eisenhaltigen Sandstein ausgelaugt. Der Charakter der Lager könnte auf die Möglichkeit des Vorkommens von Erz in anderen ähnlichen Schichten Palästinas schließen lassen. Die Bedeutung der Eisenvorkommen in Transjordanien ist derzeit gering. Kohle ist nicht vorhanden und die Fundstellen sind zu weit von der Küste entfernt, als daß sich der Export des Erzes oder der Import von Kohle lohnen könnte. Naoh den alten Dainaszenerklingen zu urteilen, welche Wolfram enthalten, scheint es, daß es einen beträchtlichen Handel in uneidlen Metallen gab und' das in Syrien und Palästina gebrauchte Eisen von Kleinasien kam. Was Kupfer betrifft, so haben wir Spuren alter Schmelzöfen für dieses Metall in Fenan und Wadi Sabra in Trans Jordanien und in einigen kleinen, Orten Südpalästinas, nahe dem Golf von Akaba. Wenn die Juden, wie viele Archäologen annehmen, durch diQses Gebiet gebogen sind, so würden die Stellen, die Moses zugeschrieben werden, die sich auf Kupfer beziehen, leicht ihre Erklärung finden. Das Kupfererz besteht aus Cuprit und Malachit, die meist in Adern vorkommen, die senkriecht in tieferen Schichten nubischen Sandsteins ziehen, und gelegentlich in Klümpchen von schwarzem Kupfersulfid vorkommen. Das genaue Alter der Vorkommen ist tingewiß, aber es sind einige Anzeichen vorhanden, daß sie aus dem Trias stammen. Die oberirdischen Lager zumindest wurden im Altertum ausgebeutet. Als Zeichen der Wichtigkeit der Kupferindustrie können die Reste von 7 Kupfersehmelzöfen in Fenan dienen und die Schlackenlager, die eine Produktion von etwa 10.000 Tonnen während der Petrazivilisation vermuten lassen, für diese Zeit keine kleine Menge. Von anderen Erzen, die von den Alten nicht benützt wurden, sind vor zwei Jahren Lager von Manganerzen auf einem beträchtlichen Teil von Südpalästina entdeckt worden. Sie kommen vor als Lager von Psilomelan und Pyrolusit in Sandstein, 2 bis 3 Meter dick und ziehen sieh unter den Bergen fort, die den: Wadi Meneiaich umgeben. Sie korrespondieren vermutlich mit den Erzen von Um Bogma des Sinai, die zur Carboniferusformation gehören, aber ungleichförmig unterlagert sind von Dolomiten des Cambriazeitalters. Die Lager umfassen zirka 1/2 Million Tonnen, aber die genauen Zahlen könnte man bloßi durch Bohrungen feststellen». Wenn der Markt für diese Erze sich wieder erholt haben wird, wäre eine Möglichkeit, sie auf kaufmännischer Basis auszubeuten und zu exportieren. In diesem Falle käme Um Raschasch am GoliS von Akaba, der alte Hafen Salomons, wieder zu Bedeutung. Auch andene Entwicklungen deuten auf eine Erschließung der Südriegion im Laufe der Zeit hin. Obgleich Palästina und Transjordanien eher arm an Erzen sind, so sind sie in gewissem Sinne reich an nichtmetallischen Mineralien. Das Tote Meer enthält unbegrenzte Mengen von Pottasche und Bromsalzen, welche aus den Ablagerungen des Jordans (jährlich 40.000 Tonnen Pottasche) konzentriert

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.