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Palästina · 1933-03-01 · Heft 3-4 (März 1933) · p. Seite 101

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 3-4 (März 1933)
Article
Kleintierzucht in Palästina
Date
1933-03-01
Page
Seite 101 (sequence 2)
Language
German
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Stande wäre, die großen unfruchtbaren Teile des Landes zu nutzen und aus ihnen landwirtschaftliche Produkte, wie Milch, Fleisch und Wolle zu ziehen. An Fleisch wird im Lande von orientalischen Juden wie Arabern, fast ausschließlich solches von Ziegen und Schafen gegessen. Im Jahre 1930 sind in den Schlachthäusern Palästinas geschlachtet worden: 149.000 Schafe und 80.000 Ziegen. Wieviele außerdem noch im Hause geschlachtet worden sind, entzieht sich der Kenntnis. Eingeführt wurden 1930: 152.000 Schafe und 56.000 Ziegen. Doch sind in diesen Ziffern die wichtigsten Importe, jene aus Transjordanien nicht enthalten. Die jährliche Milchproduktion kann für das Jahr 1930 auf 20 Millionen Liter (davon drei Viertel Ziegenmilch) geschätzt werden. Wert nach Preisen von 1930: 120.000 Pfund. Die Produktion von Milchprodukten genügt nicht dem Bedarf, daher wird Schmelzbutter (Semneh) in großen Mengen eingeführt, 1930: im Werte von 27.000 Pfund. Die Wollproduktion ist klein, sie dürfte 400 Tonnen, ungewaschen, sein. Wert 1930: 15.000 Pfund. Davon wird ein Teil exportiert: 81 Tonnen, dagegen wurden 1930: 31 Tonnen eingeführt. Die Ausbeute an Ziegenhaar wird auf 60 bis 70 Tonnen im Werte von 3.600 bis 4.200 Pfund geschätzt. Die Produktion von Häuten und Fellen ist von größerer Bedeutung. Schätzungsweise war sie 1930 : 225.000 Stück im Werte von zirka 9.000 Pfund Exportiert wurden 1930: 2.515 Tonnen, importiert (Ziegenhäute) 13.3 Tonnen. Insgesamt kann der Wert der Produkte aus der Kleintierzucht für 1930 auf 321.000 Pfund geschätzt werden. Das ist 8 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion, die 1930 auf 4 Millionen Pfund geschätzt worden ist. Die Juden besitzen von dem Gesamtviehbestand des Landes der Menge nach 8 Prozent, dem Wert nach 20 Prozent. Dagegen ist der Anteil an dem Kleintierbestand nur 1 Prozent (7.000 Köpfe). Die Gründe dafür sind Mangel an Neigung, Kenntnissen, Unterstützung seitens der Kolonisationsinstanzen. Von diesen 7.000 Stück Vieh waren 1930 in den Pica-Kolonien 2.800 Schafe, 2.000 Ziegen, in denen der JA. 1.100 Schafe und 200 Ziegen, der kleine Rest in privaten Farmen und in den Städten zerstreut. Der Verfasser gibt eine Reihe von Tabellen über das Einkommen aus Kleintierherden. Bei einer großen bedu^inischen Her|de im Jordantal gab ein Mutterschaf einen Nettobetrag von 716 Müs per Jahr, bei einem Fellachen im Haifa-Distrikt 670 Müs, bei einem Juden in Mellulah 740 Müs usw. Insgesamt waren die Reineinnahmen an Schafzucht 1929/30 in Tel-Josef 38.6 Pfund, in Beth Alpha 76.3 Pfund; im Jahre 1930/31 war in beiden Kolonien Verlust insbesondere wegen des Preisfalles und wegen der dürjren Weide. Der Verfasser vergleicht für eine Herde mit 100 Mutterschafen die Einnahmen und Ausgaben bei Beduinen und bei jüdischen Siedlern. Die Einnahmen sind bei den Juden fast doppelt so hoch wie bei den Beduinen, wegen dejr besseren Aufzucht und der besseren Qualitäten der Produkte. Aber die Ausgaben sind bei den Juden, die für Futter und Arbeit zahlen, Gebäude und Ausrüstung amortisieren müssen, mehr als dreimal so hoch, als bei den Beduinen. Reinerlös ist bei den letzteren 38.1 Pfund, bei den Juden 13.8 Pfund. Gegen 1929/30 bedeutet das eine Abnahme wegen des Preisrückganges. Immerhin ist die Einnahme an Kleintieren auch heute noch die hauptsächlichste der Beduinen.

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