Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1933)
- Article
- Bewässerungsfragen
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 100 (sequence 5)
- Language
- German
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langen ist, doch kann heute noch kein Urteil über den möglichen Erfolg abgegeben werden. Man weiß, daß in Teilen des Gebietes schon in 80 Meter Tiefe genügend Wasser vorhanden ist, aber sein Salzgehalt ist sehr groß, vielleicht zu groß für Fruchtpflanzung, und solche Ergiebigkeiten wie bei den Brunnen in der Küstenebene sind noch nicht gefunden worden. Es ist wenigstens gut, zu wissen, daß Untergrundwasser unter Druck vorhanden ist, und falls süßes Wasser in dieser Gegend gefunden werden wird, dann ist kein Zweifel, daß sie mit der Küstenebene als Fruchtpflanzungszentrum rivalisieren wird. Verschwendung durch Ueberwässerung. Die Frage der Wassergesetzgebung bedarf eingehender Erwägungen wegen der vielen verschiedenen örtlichen und zeitlichen Bedingungen der Wassernutzung. In der Küstenebene besteht die Neigung, zu viel zu bewässern. Versuche in jüngster Zeit in einem sehr gut gehaltenen Garten, wo die Bewässerung (durch Gräben) in großen Intervallen, von 35 bis 40 Tagen, vorzügliche Resultate ergeben haben, bewiesen klar die Notwendigkeit, daß die Pflanzer von ihren eingewurzelten Gewohnheiten abgehen und einsehen lernen müssen, wie sehr die geübte häufige und überreichliche Bewässerung durch gute Pflege und verbesserte Verteilung reduziert werden kann. Wo das Wasser 2 bis 5 Mil per Kubikmeter kostet und das in der Zitruskultur benutzte, zwischen 300 und über 800 Kubikmeter während der Saison beträgt, ist viel Spielraum für Versuche zur Herabsetzung. Bei der Banane ist es besonders schwierig, die richtige Wassermenge festzusetzen. Per Dunam schwankt zwischen 6 und 12 bis 14 Kubikmeter per Tag, und es ist schwer, die Pflanzer zu einer Herabsetzung zu bewegen. Die 'Meinung, daß die Bewässerung alle 3 oder 4 Tage nötig ist, erscheint irrig und ergibt große Schwierigkeiten für eine angemessene Wasserverteilung. Zu wenig wird auch beachtet, daß Ueberwässerung Krankheiten mit sich bringt. Heute erhalten die Bananen 2 bis 3mal so viel Wasser als nötig und nur eine Ueberwachung wird imstande sein, die Methoden zu ändern. Es wäre sehr interessant, auszuführen, wie wenig Wasser nötig ist, um gute Ernten zustande zu bringen. Kleintierzucht in Palästina. Von Dr. Siegfried Hirsch, Rechowotßi. Vorbem. d. Red. In der Reihe der Bulletins der „Palestine Economic Society" (Bd. IV, Heft 2) erschien eine Studie „Sheep and Goats in Palestine" von Dr. Siegfried Hirsch von der Versuchsstation der Jewish Agency. Wir geben daraus einen kurzen Auszug. Nach der Zählung von Juli 1930 gab es in diesem Jahr in Palästina 252.772 Schafe und 440.132 Ziegen. In Wirklichkeit war die Anzahl etwas höher. Nach den damaligen Preisen kann der Wert dieser Tiere mit 600.000 Pfund angenommen werden, was 60 Prozent des ungefähren Wertes des ge* samten Viehbestandes des Landes ausmacht. Daraus allein geht schon die Bedeutung der Kleintierzucht für Palästina hervor, deren Betrieb allein im-