Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- [Rezension] / a. b.
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 2)
- Language
- German
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'gleichzeitig die unter diesem Mandat amtierende Palästina-Regierung sei. Dies mache Palästina zu einer Kolonie. Auch er behauptet, daß die Balfour- Deklaration in Widerspruch mit Artikel 22 des Völkerbundstatuts stehe. Omar Bey führt aus, daß unter dem „despotischen" türkischen Regime die Selbstverwaltung im Lande eine größere gewesen sei, als gegenwärtig. Rechtsanwalt Mogann am schreibt über die britische Gesetzgebung in Palästina, Die Fehler, die seiner Meinung nach, in dieser begangen worden sind, wären darauf zurückzuführen, daß die Engländer die Beidürlriisse djels Landes nicht! kennen, sie ferner vor lallem die Pflicht hätten, djas Jüdische Nationallieim zu fördern und die Bevölkerung nicht an der Gesetzgebung teilnimmt. Viel interessanter als diese Beiträge, welche im Wilsen nur die schon stereotyp gewordenen Einwände der arabischen Politiker gegen Manjdat und britische Verwaltung wiederholen, ist der Artikel von Amin Rihani, einem syrischen Schriftsteller, der in Amerika lebt, über „Palästina und die beabsichtigte arabische Föderation". Er sagt,, daß in allen arabischen Ländern, selbst bei Ihn Saud und sogar bei den beduiniscjien Stämmen der Wunsch nach der* arabischen Föderation sehr stark geworden ist. Nach einer historischen Skizze über die arabisqhe Bewegung kommt auch er aui die Versprechungen Englands während des Krieges zurücjc. Die Araber hätten ihrerseits die Abmachungen mit England eingehalten, dieses habe durch die Balfour-Deklaration gegen seine Versprechungen gelnanfdelt. Gegenwärtig habe Englandj kein anderes Interesse mehr in Palästina als die Herrsqhaft über Haifa als Endpunkt der Oellinie und der projektierten Bahn nach Bagdad. Wjer diese garantieren könne, sei ihnen recht. Es suche nach einlem Kiöniig von Palästina,1 der dazu imstanjde wäre. Daher stammten die Bestrebungen von Abbas Hilmi. Der Autor bemüht siqh, nachzuweisen, daß unter den arabischen Fürsten und Ländern die Eintracht gewachsen sei, insbesondere zwischen Ibn Saud und Iman Jahja von Jemen. Zur Schaffung ider Föderation sei der gute Wille 'Englands und Frankreichs nötig. Es wenden dann die Voraussetzungen zur Schaffung der Föderation gezeichnet. Merjcwürdigerweise spricht der Autor mit feinem Worte darüber, welche Stellulnjg Palästina in dieser einnehmen soll und welche Rechte den Juden gewährt weilden sollen. Glaubt der Autor' wirklich, daß man darüber, d. h. über das schwerste Hindernis für seine Pläne, einfach zur Tagesordnung übergehen könne? — Dr. Khalil Totah schreibt über Erziehung und meint, daß die britische Aujf sieht über die Schulen zur Folge hat, daß der Jugend gelehrt würfele, sich dem englischen Mandat und dem Zionismus zu beugen. Die Aufwendungen der Regierung für die arabischen Schulen seien viel zu geling im Vergleich damit, wa|s die Juden für Erziehung aufwenden. Bloß einem Fünftel der Araber stellt die; Regierung Schulen bei. — Der einzige arabische Autor, der eine Einigung zwischen Juden und Arabern vorschlägt, ist F. J. Shiatara, ein in Amerika wirkender syrischer Arzt. Er schlägt vor: Einsetzung eines gesetzgebenden Rates, wobei die Regierung die Reichte der Juden schützen wird, lojkale Autonomie für die jüdischen Gemeinden», Regeluing der Einwanderung nach der Aufnahmsfähigkeijt des Landes, aber so, daß immer eine arabische Majorität vorhanden sein soll. Die Judex* könnten es aujf x'/2 bis 3/4 Millionen Eüv wohner bringen, genug für die Entwicklung ihrer Kultur. — Die Beiträge der/ anderen Autoren, Adams, Bonne, Kligles, Preujss, Viteies, Volcani u. a., bericheten über ihre verschiedenen Fachgebiete.