Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1932
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 8)
- Language
- German
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geisterung zu erhalten, beschlossen die Leiter der Kassa (die Zentrale setzt sieh zusammen aus vier Mitgliedern der arabischen Exekutive unid vier Vertretern der Jugendorganisationen, welche anfangs Jänner 1932 mit Mussa Kasin Pascha an der Spitze, begründet wurde) einen Vertrag wegen Kaufs einer guten Landfläehe, die den Juden verkauft werden sollte (2.500 Dunam in Wadi Ghabani bei Wadi el Chawerejth) abzuschließen. Der Kaujf sollte, 7.000 bis 8.000 Pfund betragen. Unter dem Druck des Kaufes wurde eine zweite Sammlung im ganzen Lande zwischen dem 24. und 26. Dezember durchgeführt. Das Schweigen der arabischen Zeitungen über den gesammelten Betrag (das vorige Mal wurde nach zwei Tagen berichtet), beweist vielleicht, daß diesmal ein kleinerer Betrag als früher gesammelt wurde, wiewohl die Sammlung drei Tage dauerte. Inzwischen wurde neben der Volkskasse eine Gesellschaft zuu Erlösung der Böden Palästinas gegründet. Diese Gesellschaft, mit einem Aktienkapital von 10.000 Pfund (eine Aktie 1 Pfund), bezweckte, die Kassa zu ergänzen, welche auf Freiwilligkeit gebaut ist und zu der sich, die Araber skeptisch verhalten. Die Gesellschaft wird vor allem Boden für ihre Mitglieder kaufen. Aber, abgesehen vom Obersten muselmanischen Rat, an dessen Spitze der Mufti steht, der versprochen hat, 5.000 Aktien zu erwerben, entwickelt sich, vorläufig diese Gesellschaft nicht, und trägt nur zur Verteuerung der Bodenpreise bei. Trotz allem muß dieser Schritt als ein faktischer Fortschritt der arabischen Bewegung bezeichnet werden. Daneben ist die Initiative zur Organisierung einer arabischen Ausstellung in Jaffa zu erwähnen, als einer Nachahmung der Orientmesse von 1932 in Tel- Aviv, welche durch: die Araber unter dem Druck und den Drohungen der Presse und der Jugend boykottiert wurde. Die Organisatoren, und an deren Spitze der Herausgeber vom „Feiestin", haben trotz ihrer energischen Propaganda nicht einmal die Hälfte des Grundkapitals gesammelt, welche für die „Messegesellschaft" notwendig ist. Die arabischen Führer sind voll und ganz mit der Politik beschäftigt und wenden sich, nicht einmal einer ökonomischpolitschen Aktion zu. Dies stört auch die Geldsammlung für die muselmanische Universität und kommt in Konflikt mit den Sammlungen für die Volkskassa und für die Gesellschaft zur Erlösung der Böden. Im allgemeinen hat sich das Jahr 1932 im Vergleich zu den früheren Jahren durch ein großesf Maß arabischer ökonomischer Aktionen ausgezeichnet. Die arabische Bank, welche vor einigen Jahren mit einem Kapital von 15.000 Pfund durch einen arabischen Einwanderer aus Amerika, Schumann, und seinem Schwiegervater im Lande, Halmi Pascha, begründet wurde, entwickelte sich gut und gab den Anstoß zur Organisierung einer „Baugesellschaft",, Auch die Messegesellschaft befindet sich unter dem Schutz dieser Bank, der durch die verschiedenen öffentlichen Aktionen, an denen sie sich beteiligt, populär wird und nebenher Aktiengelder sammelt. Auch die arabischen Or.angenverkäufer in Jaffa haben sich heuer besser organisiert, als in den Vorjahren. Bis zu 1932 beschäftigte sich die arabische Oeffentlichkeit andauernd bloß mit politischer Selbstbegeisterung und mit politischen Aufreizungen gegen die Engländer und speziell gegen die Juden. Diese Beschäftigung ließ keinen Raum für irgendeine wirkliche Tätigkeit zur Entwicklung der schwachen arabischen Gesellschaftlichkeit. Und es ist die Frage, ob sie für ernste ökonomische Aktionen, für die im Jahre 1932 die Grundlage geschaffen wurde, die nötige Ausdauer besitzen wird.