Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahre 1932
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 6)
- Language
- German
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im Lande an die arabische Mehrheit. Sie verhält sich negativ zu allen Formeln der Gemeinsamkeit zwischen den Arabern, dem gegenwärtigen Regime im Lande und den Juden. Das Wochenblatt der Partei „Al-Arab", das in Jerusalem erscheint, prangert die kompromißlerische Politik des General Wauchope an als ein Fangnetz für die Araber, welche ein schwaches nationales Gewissen haben. Der Führer der Partei, Auni Abdal-Nadi, war der erste, der sich von den gemeinsamen Regierungskommissionen zurückzog, welche durch Wauchope geschaffen wurden und gab dadurch anderen Arabern das Zeichen. Die Partei fordert die Boykottierung der öfter stattfindenden Bankette, welche durch den Oberkommissär arrangiert werden, weil an ihnen Juden teilnehmen. Die Partei opponiert gegen den gesetzgebenden Rat, der auf dem Mandat basiert, ähnlich dem Ratprojekt des Jahres 1922. Die Partei war unter den Faktoren, welche für die Erneuerung des politischen Boykotts am 2. November 1932 entschied, was den alten Führern gar nicht genehm war. Aber zugleich damit wird diese extreme Bewegung von der widerspruchsvollen Politik des Königs Feisal genährt, zu dessen Faktoren auch sie gehörten. (Wer die Geschichte der kurzen syrischen Herrschaft Feisals [März—Juli 1920] schreiben wird, wird finden, daß die palästinensischen Jünglinge unter denen waren, welche dem Feisal den törichten Kampf mit Frankreich aufhalsten, und ihn sowie sich selbst eine schwere Niederlage beibrachten.) Auni Abdal-Hadi ist das Symbol des arabisch-politischen Opportunismus in den letzten Jahren, und da er der Vertraute und der Agent Feisals war, so ist er als Einzelner bereit, an der gesetzgebenden Körperschaft vom Typus des Jahres 1922 teilzunehmen. Denn nach dem politischen System Feisals, das sich jetzt in den nationalen Kreisen Syriens verbreitet, vermag die arabische Kraft die westlichen Großmächte nicht zu brechen, aber sie vermag durch eine Friedenspolitik sie zu beugen, und sie Schritt für Schritt dem arabischen Ziele genehm zu machen* Feisal lehrt Mäßigung und positive Einstellung gegenüber den imperialistischen Regierungen. Nicht durch Sturm, sondern durch Ruhe! Von da datiert die Aenderung, die in den letzten Monaten gegenüber der zentralen politischen Frage des Landes in den letzten zehn Jahnen entstanden ist: Die gesetzt gebende Körperschaft. Die Mufti-Partei, die mit aller Kraft gegen den gesetzgebenden Rat ist, der sich auf das Mandat stützen muß, so lange das Mandat besteht, hat ihren Standpunkt aufgegeben und öffentlich ihren Wunsch kundgegeben, sich an dem Rat zu beteiligen, unter der Bedingung, daß er gewählt und nicht ernannt werde. Was ist der Standpunkt der zwei alten Parteien — der des Mufti und der der „nationalen Opposition" gegenüber „Istaklal"? Die nächsten und hauptsächlichsten Helfer des Mufti befinden sich unter den Führern der neuen Partei. Aber er, sowohl als auch der „Minister des Aeußern", der Familie, Jemal Al-Huseni, sind keine offiziellen Mitglieder der Partei. Es ist kein Zweifel, daß bezüglich des Mufti bloß formal politische Gründe dies verursacht haben: Als Beamter ist er abhängig von der Regierung (seine lebenslängliche Ernennung liegt in den Händen der Regierung) und deswegen ist es ihm nicht genehm, Mitglied der Partei zu sein, die sich dem Mandat widersetzt. Und es gibt noch einen Grund. Als Präsident der muselmanischen Konferenz kann er kein Mitglied einer Partei sein, die begründet wurde, um der Dynastie des Königs Hussein (Feisal und seine Brüder) zu dienen. Dies würde die muselmanische Konferenz in den Augen der muselmanischen Herrscher absolut,