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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 19

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Der Entwicklungsplan (Development Scheme) für Palästina
Date
1933-01-01
Page
Seite 19 (sequence 12)
Language
German
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zu sein scheint, einen großen Development Loan (man spricht von 21/2 Millionen Pfund) aufnimmt. Wenn die Verhältnisse des Geldmarktes für die Aufnahme eines solchen Darlehens günstig wären, so wäre gegen die Aufnahme eines solchen Darlehens unter den oben genannten Voraussetzungen nichts zu sagen. Natürlich würden die Juden -dann auf Grund des Palästina- Mandats, das der Regierung die Förderung der jüdischen Landwirtschaft zur Pflicht macht, verlangen, daß auch die jüdische Kolonisation bei der Verwendung des Developments ihren gerechten Anteil bekommt. Die Frage ist aber, ob es wirklich notwendig ist, so lange zu warten, bis die Lage des internationalen Geldmarktes die Ausgabe eines großen Development Loans ermöglicht, oder ob nicht die Regierung aus ihren laufenden Mitteln für solche Kredite bereits etwas tun kann. Wir glauben, daß das letztere nicht ausgeschlossen ist. Es handelt sich bei den oben erwähnten Bodenkäufen der Juden und bei dem Uebergang der Fellachen von einer Extensivierung zu einer Intensivierung ihrer Wirtschaft um einen Prozeß, der viele Jahre in Anspruch nehmen muß. Ebenso ist auch die Entsumpfung des Hulegebietes eine Arbeit, die sich auf eine Reihe von Jahren erstrecken muß. Die Regierung könnte also, wenn sie in ihr Budget jährlich einen relativ gar nicht so hohen Betrag von etwa 100.000 bis 200.000 pal. Pfund für diese Zwecke einsetzte, die Gründung eines landwirtschaftlichen Kreditinstitutes, einerseits für Araber, andererseits für Juden, und Arbeiten im Hulegebiete im Laufe der Zeit durchführen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn sie damit möglichst bald einen Anfang macht. Die arabische Bewegung in Palästina im Die muselmanische Konferenz, welche in Jerusalem im Dezember 1931 zu*- sammentrat, bildete einen Wendepunkt in der arabischen Bewegung des Landes. Sie war eine Demonstration der muselmanisch - nationalen Kräfte innerhalb der Araber, die sich allmählich von der Vormundschaft und der Führung der christlichen Araber befreit hatten. Dieser Prozeß nahm seinen Anfang in der Revolte des Sheriff Hussein in Mekka im Jahre 1916 urjd erreichte eine hohe Stufe beim Eindringen der Hedschas-Armee nach Syrien im Jahre 1918. Aber die Abhängigkeit von den großen christlichen Mächten ließ es den Muselmanen nützlich erscheinen, die muselmanisch-christliche Gemeinschaft strengstens aufrecht zu erhalten. (In den ersten Jahren nach dem Kriege wurde sozusagen ein kleiner Versuch gemachjt, diese Front auch aulf die Juden auszudehnen. Zuerst bezüglich der orientalischen Gemeinden, und nachher — durch Vermittlung von de Haan — gegenüber der Agudas Jisrael), um in dieser Zeit des national-demokratischen Gedankens als eine moderne nationale Bewegung und nicht als eine alte religiöse zu erscheinen. Diese Tendenz, die a priori von beiden Seiten unehrlich war, besteht bis' zum heutigen Tage. Aber im Laufe der Jahre wurde sie sehr schwach und bedurfte von Zeit zu Zeit „Einspritzungen", um sich von ihrer Ohnmacht zu erholen. Im Lande äußerte sich die gemeinschaftliche Front faktisch in der Von Michael Assaf, Tel-Aviv.

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