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Palästina · 1932-12-01 · Heft 12 (Dezember 1932) · p. Seite 401

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 12 (Dezember 1932)
Article
Die Ursachen der Hochkonjunktur
Date
1932-12-01
Page
Seite 401 (sequence 5)
Language
German
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Ausländische Kapitalisten haben solche Gelegenheiten im Jahre 40X 1923 in Deutschland ausgenützt, Boden, Häuser und Fabriken gekauft. In Deutschland waren das vereinzelte Transaktionen ausländischer Spekulanten; in Palästina nützt diese Möglichkeit das gesamte (aus anderen Gründen) ins Land fließende Kapital aus. Der Pfund ist jetzt nur 3.2 Dollars wert, und Boden, Häuser, Immobilien und andere Güter werden in Pfunds bewertet. Es ergeben sich daraus die folgenden Resultate: 1. Ein kleineres Kapital in fremder Währung ist für ein Investment notwendig. 2. Der Kapitalist gewinnt automatisch die Differenz zwischen dem Goldwerte des Kaufobjektes zu dem es zurückkehren muß und seinem unterwerteten Preis in Pfunds. 3. Gelder, die durch verschiedene Fonds und Institutionen überwiesen werden, haben einen gesteigerten Wert. Dieser Umstand hat die Investitionen im Baugewerbe, in Pflanzungen, Industrie usw. beschleunigt und gesteigert. Die Investitionen werden nicht nur durch das vom Ausland importierte, sondern auch durch das Landeskapital gemacht, das zwar die oberwähnte Differenz nicht verdienen kann, aber wenigstens den Folgen der Entwertung durch die Flucht von der Währung zu Sachwerten zu entgehen sucht. Die Erweiterung der Bau- und Pflanzungsbewegung ist in großem Maße auf diese Umstände zurückzuführen. Die Landesindustrie hat auch dank dieser Entwicklung einen größeren Teil des Landesmarktes erobert. Die Konkurrenzfähigkeit aller Länder, außer den Sterlingländern wurde beeinträchtigt. Die palästinensische Industrie produziert jedoch vorwiegend die billigen Waren und hat hauptsächlich mit Nicht-Sterlingländern, wie Deutschland, Italien usw. zu konkurrieren. So wurde nicht nur der Export, sondern auch die Produktion für den Landesmarkt stimuliert. Zugleich entging aber das Land wie alle Sterlingländer den Gefahren einer Inflation, da der Fall des Pfundes keineswegs von einer Vermehrung der Geldzeichen begleitet war. Der Prozeß der Währungsentwicklung ist der Notenbank nicht aus den Händen geglitten wie in Deutschland. Es ist ein Versuch, die Verbindung zwischen Goldbasis und Währung in gewissem Maße zu trennen. Die englischen Oekonomisten, wie Sir Reginald Mac Kenna und John Keynes, die diese Maßnahmen unterstützen, glauben an eine

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