Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- Die Ursachen der Hochkonjunktur
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 397 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ursachen der Hochkonjunktur 397 in Palästina. Von David Horovitz, Tel-Aviv. Die Tatsache, daß eine Hochkonjunktur in Palästina gerade jetzt während einer Periode verschärfter und langandauernden Krisis der Weltwirtschaft besteht, fordert zu einer Analyse der jetzt in der palästinensischen Wirtschaft wirkenden Faktoren heraus. Diese Behauptung muß allerdings in einer Hinsicht stark eingeschränkt werden. Die hier gemeinte wirtschaftliche Entwicklung betrifft hauptsächlich den jüdischen Sektor der palästinensischen Wirtschaft, während ihre Rückwirkungen auf die Fellachenbevölkerung durch die Dürre und den allgemeinen Niedergang der primitiven Getreidewirtschaft neutralisiert wurden. Trotzdem ist die Tatsache der Hochkonjunktur an sich wohl ununwiderlegbar. Der oberflächliche Eindruck im tagtäglichen Leben, als auch die statistische Untersuchung bestätigen ihr Vorhandensein. Die schnelle Erweiterung der Baubewegung und der Pflanzungen, die gesteigerte Tätigkeit der industriellen Unternehmungen im Jahre 1931, der gewaltig gesteigerte Verbrauch an elektrischen Strom, die erhöhte Produktion in vielen Zweigen der Wirtschaft, die Besserung der Handelsbilanz und die relativ geringe Anzahl von Arbeitslosen sind die offensichtlichen Symptome dieser relativen „Prosperity". Auf die Tatsache der Hochkonjunktur selbst wurde übrigens mehrmals hingewiesen in der Rede des High Commissioner, im Wirtschaftsbericht der Barclays-Bank und letztens auf statistischer Basis in der Wirtschaftsübersicht von Preuss-Nemirovsky, und es erscheint daher jetzt geboten, die Faktoren, die sich in dieser Richtung auswirken, sowie die Kräfte, die das wirtschaftliche Leben in Palästina befruchten, und es bis jetzt von den schweren Folgen der Krisis bewahrt haben, zu untersuchen. Der offensichtlichste und meistbetonte Faktor ist die schnelle Kapitalisierung des Landes. Der Zufluß jüdischen Kapitals ins Land ist durch die Lage der jüdischen Wirtschaftspositionen in der Galuth bedingt. Das jüdische Kapital ist überall sozusagen am Rande der Volkswirtschaft investiert und befindet sich deshalb in einer besonders prekären und unsicheren Situation. Die normale und an sich progressive Entwicklung in der Volkswirtschaft verschiedener Länder, wie der kooperative Handel in Polen, das hoch-