Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 364 (sequence 6)
- Language
- German
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Mehrheit der ZO. angehören, zugleich aber unabhängig sein und eigene Außenpolitik treiben. Die AC.-Sitzung fand einen Ausweg, indem sie politische Separataktionen verbot und die Revisionisten als „Sonderverband" anerkannte, zugleich aber alle Mitglieder der ZO. der zionistischen Disziplin ausdrücklich unterwarf. Die auf die AC.-Sitzung folgende Wiener Revisionisten-Konferenz} hat sich an diese Beschlüsse wenig gehalten und neuerlich unabhängige politische Aktionen in Aussicht gestellt. Die organisatorische Lage bleibt also in diesem Punjtt vorläufig etwas verworren. Als eine wichtige Einzelheit sei schließlich noch erwähnt, daß die Verwaltung des Schulwesens dem Waad Leumi in Palästina übertragen wurde, wobei die JA. eine Subvention von 40.000 Pfund gibt. Ob freilich (dieser Beschluß realisierbar sein wird, steht angesichts der Schwäche des Waad Leumi, von dem weder die Stadtverwaltung Tel-Aviv, noch die dem Bauernverband angehörigen Kolonisten (Pflanzer), also gerade die beiden finanziell potentesten! Kreise des Jischuw, etwas wissen wollen, dahin. (Abgeschlossen Mitte September.) Der Oberkommissär bei der Mandatskommission. General Wauehope begab sich am 8. Oktober nach Genf, um die Palästina-Verwaltung bei der Sitzung der Mandatskommission zu vertreten. Chefsekretär M. A. Young vertritt ihn während seiner Abreise in Palästina, Das erste Amts jähr des Oberkommissärs. Anläßlich des Jahrestags der Ernennung Sir Arthur Wauchopes, der am 19. November 1931 sein Amt in Jerusalem faktisch angetreten hat, bespricht „Boustn'ai" (Nr. 20 und 22) seine Amtstätigkeit, die dem Lande sicfher zum Segen gereicht. Sir Arthur kam weder von der Politik, noch von der Kolonisation, aber er wußte sofort die Zügel an sicji zu nehmen und die Beamten auf ihren Wirkungskreis zu beschränken. Die Verantwortung trägt er allein, deshalb entscheidet er auch selbst. Vom ersten Tag an bemüht er siqh, das Land und seine Bedürfnisse von direktem Augenschein kennen zu lernen. Er zieht von Dorf zu Dorf, erkundet alles selbst und ist völlig unermüjdlicjh. Er versteht die Bedeutung der Landwirtsqhaft, gab aus eigener Tasche 1200 Pfund für eine Versuchsstation, gründete eine zweite (siehe „Landwirtschaft und Kolonisation"). Das Schicksal der Fellaqhen liegt ihm am Herzen. Durch die Schaffung der Beiräte für Eisenbahn, Handel usw. hat er anders als seine Vorgänger, die an große politische Körperschaften dachten, einen praktischen Weg zur direkten Teilnahme der Bevölkerung an der Verwaltung gebahnt. Er hat den Frieden gewahrt und steht dem jüdischen Aufbauwerk freundlich gegenüber. Der French-Bericht. Dieser wurde von, dem Council der Jewish Agency abgelehnt (siehe „Jewish Agenqy"), ebenso von der arabischen Exekutive, die als Grund angaben, daß er auf dem Brief Macdonalds an Weizmann beruht, der von den Arabern nicht anerkannt wurde. Abgeschlossen am 5. Oktober 1932 POLITIK.