Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Der Stand der arabisch-jüdischen Frage
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 359 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379900-2379906-2396133--14186-2396399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
entwickelt wurde, im Lichte der neuen Einsichten nicht sorgfältig revidiert werden sollte, um es den realen Erfordernissen anzupassen." Die zionistische Welt wird gut dairan tun, diese Andeutungen einer neuen Entwicklung, die allem Anschein nach auf konstitutionellem Gebiete liegen wird, sorgfältig zu verfolgen, um zu gegebener Zeit ihre Interessen zu währen und vielleicht hier einen Anknüpfungspunkt für die so notwendige Zusammenarbeit der beiden Nationen des Landes zu finden. JEWISH AGENCY. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin. Wie alljährlich, haben auch diesmal die leitenden Instanzen der Jewish Agency im August ihre Beratungen abgehalten. Gemäß der seit 1929 bestehenden Zweiteilung tagt jeweils zuerst der Zionistenkongreß, bezw. das Zionistische Aktionskomitee, daran anschließend der Council, bezw. das Administrative Committee der zur Hälfte aus Zionisten, zur Hälfte aus Nichtzionisten bestefhenden Jewish Agency. In diesem Jahr fand kein Kongreß statt, es traten also nur die Komitees zusammen. Es war die erste Sitzung seit dem Baseler Kongreß 1931, die notwendige Sparpolitik drückt sich auch in der Seltenheit kostspieliger Sitzungen aus, was gewiß kein Schade ist, denn erfahrungsgemäß haben die häufigen Sitzungen den Wert diesem Veranstaltungen erheblich herabgemindert, oft schien es, als ob zwangsläufig nur Wiederholungen bereits bekanfciter . Debatten mit den bekannten Parteireden stattfänden, was der Autorität der Instanzen nur abträglich wair. Auch die letzte Tagung erinnerte in vielem an frühere, dennoch war ein entscheidender Unterschied zu; verzeichnen, der deutlich in die Augen springt: Zum ersten Mal seit Jahren gab es auf dieser Sitzung des AC. kein „Problem Weizmann", es fehlte die scharf umkämpfte Persönlichkeit des früheren Präsidenten der Jewish Agency, der mir als stummer Zuhörer an einem Teil der Sitzungen teilnahm. Durch den Kampf gegen Weizmann und die Eigenart seines Auftretens hatten die Tajgungen stets eine stark persönliche Note erhalten, denn bei allen sachlichen Gegensätzen, die nicht zu leugnen sind, entjujden sich hier au-eh persönliche Leidenschaften. Durch deren Ausschaltung hätte die letzte Sitzung an SachL lichkeit gewinnen und die Energien hätten sich au$f die drängenden GrjuncV Probleme der Bewegung konzentrieren können. Die Sitzungsberichte aber erregen eher den Anschein, als ob man durch starke Betonung der „guten Stimmung" die Apathie der Kampflosigkeit verdecken wollte. Die Gegensätze in dieser Sitzung entluden sich nur bei Nebönpu!nkten, wie z. B. der Frage der Zusammensetzung der Palästinai-Aemter, die mit einer dem Betrachter unverständlichen Leidenschaft umkämpft wurlde. Und da in den wichtigen aktuellen Punkten kaum wesentliche Meinungsverschiedenheiten herrschten, erhielt eine* organisatorisch-interne Angelegenheit, die Stellung der Revisionisten zur Zionistischen Organisation, ein ungebührliches Schwergewicht. Die Sommertagungen sind stets Rückblicke auf das vergangene Arbeitsjahr und Planungen für das neue. Die in Basel gewählte Exekutive unter Führung Sokolows hat jetzt ihr erstes Jahr hinter sich und man kann, nachdem sie sich in London vorgestellt hat, wohl sagen, daß sie die Routine-Arbeit der Exekutive im großen Ganzen gut weitergeführt hat. Neue große Ideen oder ein inspirierendes -aufwühlendes Wiort hat niemand von dieser Exekutive erwartet. Die neue und eigenartigste Figur der Leitujng ist Dr. Chaim