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Palästina · 1932-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1932) · p. Seite 353

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1932)
Article
Das wirtschaftliche Leben der Beduinen
Date
1932-10-01
Page
Seite 353 (sequence 2)
Language
German
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Der Beduine ist seinem Wesen nach durchaus kein Fretirfd der Arbeit. Er liebt es, träge auf seiner Decke zu rjuhen, sich in Gesprächen bei lang ausgedehnten Tafelrunden zu ergehen, Beisuche zu machen und zu empfangen u. dgl. mehr. Seine Viehherde übergibt er dem „Felag", dem Haupthirten, als Pächter oder er nimmt einen Hirten in Lohn, falls er keinei Söhne hat. Und selbst die Ackerwirtschaft (Fellacha) läßt er durch andere betreiben und übergibt dem Charaten (Teilpächter) oder dem Marabe (Pächter) sein Feld, das eigentlich auch nicht ihm gehört, sondern meistens dem Scheich. Die Ernte wird zu gleichen Teilen geteilt und was dem Beduinen am Enjde des Jahires nach dem Drusch bleibt, genügt ihm für seinen jährlichen Lebensunterhalt. Als Beispiel nehmen wir den Stamm P. im oberen Djolan. Ein Teil dieses Stammes betreibt Ackerbau auf felsigem Boden, aber der Hauptteil Viehzucht: Rindvieh und Kamele. Die Fläche für seine Wanderungen hat ein großes Ausmaß: Außer im Djolan selbst wandert er im Herbst nach dem Hule-Gebiet, im Sommer nach dem Hauran, mit Kamelen kommt er bis zur Wüste Chamaz, in Syrien bis zum Stamme „Ausi". Zum Teil lebt er von Diebstahl und Raub, allein nicht so wie früher, denn die Mehrzahl der Anführer sitzt in GefängV nissen. Jedoch immerhin ist das ein „Zweig" der Einnjahme und des Lebensf Unterhaltes. Ackerbau. Die Einnahmen und Ausgaben davon sind aus nachstehender Tabelle ersichtlich, für 1 Fedan (120 bis 150 Dunam) gerechnet, jene Fläche, die mit einem Gespann gepflügt werden kann. Ausgaben: Saatgut: 20 Maß *) Gerste 15 syr. Pfd.**) 30 „ Weizen 30 jj jj 2 „ Linsen 3 jj jj 4 „ Kersenneh 56 Maß 48 syr. Pfund Divers e: Holzpflug 1 syr. Pfund Eisen dazu, 0 chs enstecken 2 » j> Bodenabgabe an den Emir oder Scheich 30 >j » Zehent 47 jj » 80 jj jj 128 syr. Pfunld Einnahmen: Saatgut: 300 Maß Gerste 225 syr. Pfund 200 „ Weizen 200 jj jj 40 „ Linsen 40 » jj 40 „ Kersenneh 20 yy yy 470 >j jj 580 Maß Ueberschuß 342 syr. Pfund Hievon ist ein Viertel dem Teilpächter zu geben, so daß dem Beduinen 256 syr. Pfund, d. s. 43 pal. Pfund verbleiben. Dieses gute Resultat wind nur erreicht, weinn der Beduine keine Lohnarbeiter zur Ernte verwendet. Aber die meisten benützen solche unid der Reingewinn vermindert sich demgemäß. Auch ist in dieser Rechnung ein Paar Arbeitsvieh veranschlagt. Der Beduine rechnet nicht, daß dieses das ganze *) Zirka 17 bis 18 Kilogramm. **) 1 syr. Pfund i/6 pal. Pfund.

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