Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Jüdische und nichtjüdische Erziehung in Palästina im Jahre 1931
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 331 (sequence 6)
- Language
- German
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stärkeren Beteiligung der jüdischen Bevölkerung an der Kontrolle 33 X und Erhaltung ihres Erziehungswesens". Die Mädchenerziehung liegt immer noch recht im Argen. Während in den jüdischen Schulen von hundert Kindern 47 Mädchen sind, in den christlichen sogar 52, ist das Verhältnis zwischen Buben und Mädchen in den Regierungsschulen wie 80 zu 20 Prozent, in den moslemischen Privatschulen gar nur wie 85 zu 15 Prozent. Außer ihren Lehrer- und Lehrerinnenseminaren unterhält die Regierung keine Mittelschulen, doch sind in zehn Städten den Volksschulen je zwei Gymnasialklassen angegliedert. Im ganzen Lande gliedert sich das Mittelschulwesen wie folgt: Schulgattung Mittelschulklassen Mittelschüler °/o aller Schüler 25 353 1.5 82 1.032 6.1 Mohammedanisch . . 6 140 1.9 Nichtjüdisch .... 113 1.525 3.2 61 1.775 5.4 In8gesammt 174 5.300 4.0 Die auch in der Diaspora beobachtete Erscheinung, daß die Juden einen weit höheren Prozentsatz von Mittelschülern stellen als ihnen anteilsmäßig „zukommt", zeigt sich also auch in Palästina. Trotzdem ist bei uns das Verhältnis zwischen Volks- und Mittelschülern immer noch geringer als bei den Christen, auch dies ein Zeichen der in Palästina zu Tat werdenden gesünderen Verteilung zwischen Stadt und Land. Im übrigen sind die Bemühungen der Regierung, gemeinsam mit der Hebräischen Universität und den zionistischen Schulbehörden eine Kommission für externe Prüfungen der jüdischen Mittelschüler einzusetzen, an dem heftigen Widerstand der Juden gescheitert. Jüdischerseits sieht man darin eine Belastung der Schüler mit Lehrstoff, der vielleicht englischen Schulen angemessen ist, sich aber nicht aus unserem Schulprogramm organisch entwickelt. Auf diese Weise sind die Abschlußprüfungen unserer Mittelschulen rein „privat" und werden von der Regierung nicht als solche anerkannt. Man darf trotzdem die Hoffnung aussprechen, daß sich beide Teile auf einer mittleren Linie einigen werden, da behördlich anerkannte Prüfungen natürlich einen viel größeren Wert besitzen. Hochschulerziehung (cum grano salis) wird vermittelt durch den „Board of Higher Studies", vor dem man extern englische niedere