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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 300

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Nathania und die privatwirtschaftlichen Siedlungen [Nachricht]
Date
1932-08-01
Page
Seite 300 (sequence 2)
Language
German
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Diese neuen privatwirtschaftlich orientierten Siedlungen erstehen auf verschiedenartiger Grundlage. Sehr oft im Anschlüsse an eine Großplantage, die ihre Arbeiter nicht immer in ausreichender Zahl aus den oft wieit entfernten Nachbaransiedlungen beziehen und auch ihren Hof nicht ganz schutzlos lassen ka,nn. So bildet sicjh regelmäßig in oder neben dem Hofe der großen Orangenplantage eine kleine Arbeitersiedlung (z. B. Kaimaniah). Um die Seßhaftigkeit der Arbeiter zu erhöhen, ihre Lebensmöglichkeiten zu verbessern, erweist es sich bald als praktisch, sich nicht mit einer Hofsiedlung zu begnügen, sondern den Arbeitern Siedlungsmöglichkeiten auf oder neben der Pflanzung, zu gewähren: 5 bis 10 Dunam Boden für jeden, ein Häuschen, und der Anfang der Siedlung ist fertig (Gan Chaim, Tel Zwi). Auf der Levantemesse zeigte die Palestine Mortgage and Creditbank, die sich die Finanzierung solcher Kleinbauten angelegen sein läßt, ein sehr gelungenes Hausmodell, bestehend aus zwei Zimmern, Küche und Veranda, Duschraum, Klosett und Stall zum Preise von 107 pal. Pfund. Oder e^n Großpardeß wird parzelliert (Tel Mond), Oder aber mehrere kleinere Siedler schließen; sich zusammen, die ihren Boden gewöhnlich gemeinsam erworben haben und von Anfang an selbst bebauen (Kfar Ganim, Raanana, Ramatajim, Kerkur), oder die ihn von einer Pflanzungsgesellschaft bepflanzen lassen, und sich später darauf niederlassen (Meged). Oder aber es findet eine Kombination dieser verscifiiedenen Möglichkeiten statt: eine Gruppe siedelt sich auf dem Boden einer Pflanzungsgesellschaft an und baut die Siedlung aus, indeim sie gleichzeitig die Orangengärten auswärtiger Besteller dieser Pflanzungsgesellschaft bearbeitet. Allmählich zieht ein Teil der Pflanzungsbesitzer auf ihren Boden, bezw. in die Siedlung, und so entsteht aus dem Zusammenwirken zwischen Kapital und Arbeit ein neuer Siedlungspunkt. Bei der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung, die geriade diesem letzteren Typ zukommt, sei hier als Beispiel dafür die Siedlung Nathaniah kurz geschildert. Natha'niah ist eine Gründung der Organisation Bnei Benjamin, dem Verbände der jungen Pflanzer in den alten Kolonien. Das Problem der Kolonisierung der Farmerssöhne, die in Palästina geboren und groß geworden und mit den natürlichen Bedingungen des Landes aufs engste vertraut sind, hat den Jischuw schon lange beschäftigt. Mit Hilfe der zu dem Zwecke eigens gegründeten Pflanzungsgesellschaft „Hanotaiah" und der Förderung, die das neue Unternehmen insbesondere bei dem verstorbenen Nathan Strauß fand, gelang der» Erwerb einer Bodenfläche von rund 3.000 Dunam, unimittelbar an der Küste, mittwegs zwischen Tel-Aviv und Haifa und südlich der vom Keren Kajemeth erworbenen Böden des Wadi Hawaret gelegen. Nathaniah sollte von Anfang an auf eigenen Füßen stehen. Es nahm daher keinerlei Unterstützung der Fonds oder irgendwelcher anderer Institutionen in Anspruch und Kredite nusJ in der Form ganz regulärer Bankdarlehen. Die notwendige Ergänzung ihres in den meistern Fällen keineswegs ausreichenden Eigenkapitals sollten die Siedler in Lohnarbeit finden. Dies wurde dadurch möglich, daß dank der ausgezeichneten Qualität des Bodens von Nathaniah und des Vertrauens, das man der Gesellschaft „Hanotajah" entgegenbrachte, sich sofort eine Reihe Besteller, darunter führender Zionisten aus der ganzen Welt fand, die der Hanotajah große Flächen Pardeßa)nlagen in Auftrag gaben. Die in strenger Auswahl aus den Mitgliedern der Organisation Bnei Benjamin ausgesuchten Siedler erhielten jeder 25 Dunam Boden und ein kleines Häuschen. Die ersten

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