Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Fischerei [Nachricht]
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 298 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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pflanzt worden. In Palästina kommen nur der Jordan und die Seen Merom und Kinereth in Betracht. Es müßte eine mehrjährige Konzession erteilt werden. Die Fischzucht hat große Aussichten. Das Klima Palästinas ist für Fischzucht, insbesondere für Karpfen, sehr geeignet. Kleine Versuche wurden durch die Regierung schon gemacht. Auch die Forellenzucht wäre möglich. Die intensive Fischzucht braucht keine großen Mittel. Die Fische wachsen in Palästina 21/2- bis 3mal so scflinell als in anderen Ländern gemäßigten Klimas und die Zucht erstreckt sich über 10 Monate statt über 4 bis 6 in diesen. Es wäre ein Gewinn von 25 bis 30 Prozent zu erzielen möglich. Zu diesem Artikel ist zu bemerken, daß von Seite der Regierung die Abteilung für Fischerei so stiefmütterlich beda;cht wird, daß bereits Simpson in seinem Bericht vorschlug, sie lieber ganz aufzulösen. „Jewish Weekly", London, schreibt über diesen Gegenstand unter dem 20. Mai: „Vor fünf Jahren hatte der Hilfsdirektor für Fischzucht, ein Jude und Absolvent einer Anstalt für Ichthyologie, seine Demission gegeben. Es wird nun berichtet, daß der Superintendent Captain Spicer, ein Engländer, der seit Gründung des Departements Direktor war und ein überaus bekannter Experte in Dingen den Tiefseefischzucht ist, ebenfalls seine Stelle niederlegte. Es will scheinen, daß die Regierung die Absicht hat, das Departement zur Gänze aufzulösen, ein Schritt, der gleichbedeutend wäre mit der Vernachlässigung eines wichtigen Zweiges, der Möglichkeiten für weitere Entwicklung bietet. Es gibt ungefähr 1200 Fischer im Lande mit 400 Fischerbooten. Eingehende Vorschläge wurden den Behörden auf Grund der Bemühungen der Nachbarregierungen zur Hebung des Fischergewerbes gemacht. So hat die ägyptische Regieruing große Summen für die Sondierung des Fisdhgrundes und die Modernisierung des Fischfanges ausgeworfen. Ebenso steht das von der französischen Regierung in Syrien geleistete Werk in striktem Gegensatz zu dem der Palästina-Regierung. Die Vergebung von KKL-Böden in Wadi Ohawereth. Wir haben bereits in Nr. 3/4, S. 120, über die Verkeilung der KKL-Böden, soweit sie derzeit verfügbar sind, berichtet. Nun sind die endgültigen Bestimmungen getroffen worden, die etwas abweichend von den bereits mitgeteilten sind. Es werden rund 19.000 Dunam Boden zugewiesen, davon 10.000 für Mittelstandssiedlungen für insgesamt 1000 anzusiedelnde Familien. Diese Pläne schaffen, insoferne ein Novum im jüdischen Kolonisationswerk Palästinas, als sie die Schaffung von fünf Siedlungen mit insgesamt 425 Familien auf der Basis der sogenannten Mittelstandskolonisation vorsehen. Es wird an folgende Typen von Mittelstandskolonien gedacht: a) zwei Siedlungen für 100 dem Mittelstand angehörende Familien; b) eine Siedlung für 85 Mittelstandsfamilien, die mit „Yakhin" ein Abkommen betreffend Orangen-Pflanzunder Organisation von Söhnen palästinensisch-jüdischer Bauern; d) eine Siedlung für 100 Zionistenfamilien, die früher in Rußland gelebt haben; diese Siedlung wird vom russischen zionistischen Zentrum „Merkas" gefördert. Die andere Hälfte des Bodens wurde für die Ansiedlung palästinensischer Arbeiterfamilien reserviert. Es werden folgende Typen von Arbeitersiedlungen! geschaffen: a) eine Siedlung für 100 Familien früherer, meist aus Amerika stammender jüdiscjher Legionäre, die sich mit 17 Arbeiterfamilien des „Pardeß Hagdud", des Orangenhains an der Grenze Wadi Chawereth (das Gebiet gehört